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Chessy

Tag des Schachs am 31. August 2002

Ein Bericht von Ernst Bedau und Jörg Schulz

Da staunten die Himmelsstürmer nicht schlecht

Die Jugend als Zukunft des Deutschen Schachbundes, der sein 125jähriges Jubiläum in diesem Jahr feiern konnte, gegen die Erfahrung des deutschen Schachs, so lautete die verheißungsvolle Paarung am ersten Tag des Schachs des Deutschen Schachbundes.

Werbung für den Schachsport in der Öffentlichkeit mit einem reizvollen, die Phantasie anregenden Vergleich zwischen Jugendlichen und Senioren, das war die Idee für den Tag des Schachs des DSB. Und sie entfachte tatsächlich vielerorts ein Feuer, das keine kleine Flamme war, sondern lichterloh brannte!

Von Büdelsdorf in Schleswig-Holstein bis Hof in Bayern, überall nahmen Vereine den Ball auf und gingen mit Schach in die Fußgängerstraßen, Einkaufszentren, die Parkanlagen, beteiligten sich an Stadtfesten und sogar an Landesgartenschauen.

Der Bereich Breitensport des DSB hatte den Tag des Schachs ins Leben gerufen. An jedem letzten Samstag im August wird er jährlich begangen werden. Ziel ist es, einen festen Tag im Kalender zu verankern, an dem bundesweit flächendeckend für Schach geworben und Schach als lebendige Sportart für alle Generationen präsentiert wird. Das Motto wird sich ändern, der Tag des Schachs wird bleiben.

"jung gegen alt" das Motto

Jung gegen alt, oder wie die Greifswalder es betitelten "Himmelsstürmer gegen Erfahrung" war diesmal auf Grund des Jubiläums des DSB das Motto. Die Senioren, die die Geschichte des Verbandes symbolisieren, treten gegen die Zukunft des Verbandes an.

Wer da gewinnt ist klar, natürlich die Dynamischen, die Jungen, die mit dem Ehrgeiz, dem Eröffnungswissen, der schnellen Auffassungsgabe.

Kinzel Oh, oh, wer so dachte, fiel wie die Himmelsstürmer an den bundesweiten Brettern kräftig auf die Nase, denn es triumphierten überaus deutlich die Senioren in diesem Vergleich. Zwar liegen in der Zentrale in Berlin noch nicht alle Ergebnisse vor, doch jetzt schon ist das Zwischenergebnis deutlich ausgefallen: mit 431 : 221 liegen die Senioren, die Erfahrenen, die Routinierten, die Abgeklärten, die immer noch eine Attacke reiten können, vorn.

In Berlin trat am ersten Brett der Ehrenpräsident des Deutschen Schachbundes Alfred Kinzel in geistig frischem Alter von 89 Jahren (Foto) gegen den 12jährigen Berliner Spitzenspieler Ilja Brener an.

Die Fernsehkamera des SFB ist auf das Duell gerichtet, Pressefotographen richten ihre Kameras aus, der Radioreporter steht bereit. Wer wird gewinnen? Ist das eine berechtigte Frage? Die Partie - auch noch als Schnellschach ausgetragen - beginnt. Und Alfred Kinzel legt los, so wie er es in den letzten gut siebzig Jahren immer gemacht hat: Wo steht der König und dann kompromissloser Angriff. 1-0 für Alfred Kinzel! Gut die zweite Partie geht an Ilja Brener, doch das Ergebnis zeigt, dass die Senioren nicht vorhaben, sich kampflos geschlagen zu geben.

Schach öffentlich machen

Das Berliner Beispiel zeigt, wie interessant für die Passanten und auch die Medien dieser Vergleich ist. Welche Sportart kann da mithalten? In welcher Sportart können sich alle Generationen mit einander messen unter gleichen Bedingungen, ohne Vorgabe?

Wir müssen die Vorzüge unserer Sportart nur zeigen, wir müssen raus in die Öffentlichkeit gehen. Diese Idee nahmen viele Vereine quer durch Deutschland auf, nutzen die Werbemittel, die vielen Ideen für Aktionen vom Deutschen Schachbund und warben erfolgreich für Schach.

bundsweite Aktionen

Teschner In Berlin, wie gesagt, stellte sich das Präsidium mit dem Ehrenpräsidenten Alfred Kinzel an der Spitze, gefolgt vom Präsidenten Alfred Seppelt, dem Schatzmeister, Spielleiter, verstärkt durch einige Altmeister der Jugendauswahl des Verbandes. Und zwar mitten im alten Zentrum von Berlin unweit vom Ku-Damm am Kranzler Eck. Das Fernsehen berichtete in den Abendnachrichten des SFB.

Ehrengroßmeister Rudolf Teschner (Foto rechts) im Einsatz für die Berliner Senioren. Neben ihm am Brett Berlins Präsident Alfred Seppelt.

In Hamburg ging man in den Stadtpark, der Ausflugspunkt der Hamburger bei schönem Wetter. Dort kämpfte ebenfalls eine Seniorenauswahl, angeführt vom Präsidenten des Hamburger Schachverbandes Dr. Hans Schüler gegen eine Jugendauswahl. Mehrere Vereine nutzten die Möglichkeit und warben für sich. Gleichzeitig wurde das große Alstervergnügen rund um die Binnenalster für die Schachwerbung genutzt. Zusätzlich ging man aber auch in den Stadtteilen wie in Volksdorf an die Bretter.

Prominenz in Braunschweig Örtliche Prominenz in Braunschweig (Foto) in der Kaufhof Galeria im Kampf gegen die Jugend

In Bremen nutzte man ebenfalls ein vorhandenes Stadtfest und hatte so immer stark umlagerte Schachtische mit "erstaunlich guten Leistungen der Hobbyspieler", wie berichtet wurde.

In Essen im Grugapark hatte der Schachbund NRW seine zentrale Veranstaltung angesetzt mit einem der wenigen Siege der Jugendauswahl! Aber auch in anderen Orten freuten sich die Vereine wie in Hamm im dortigen Einkaufszentrum über großen Andrang. Die Bretter blieben so gut wie nie unbesetzt, die Informationsmaterialien über die örtlichen Vereine fanden interessierte Abnehmer.

Im Süden schoss Hof den Vogel ab. Mitten in der belebten Einkaufsstraße unter Schirmherrschaft des Landrates duellierten sich die Jugend und die Senioren des Bezirkes. Dem Duell folgte ein Simultan mit GM Thomas Pähtz an 37 Brettern, das umfangreich in der örtlichen Presse dokumentiert wurde. Umrahmt wurde alles mit einer Fotoausstellung und einem Schachquiz.

Simultan in Hamm Aber nicht nur in den großen Städten nahmen die Vereine die Idee auf. Gerade in ländlichen Gebieten und in verschiedenen Kleinstädten kam es zu vielen Vergleichen und schachlichen Aktivitäten. Auch dort suchte man in den Einkaufsstraßen, den Marktplätzen die Öffentlichkeit. Wie zum Beispiel in Neubrandenburg mit einer der größten Beteiligungen, in Willsbach, Pfullingen, Neustadt/Weinstraße, Schwenningen, um nur einige zu nennen. Und im sächsischen Großenhain traten die Schachfreunde mit einem Lebendschach bei der Landesgartenschau vor vielen Zuschauern mit großem Erfolg auf.

Andrang beim Simultan in Hamm im Einkaufszentrum Allee-Center

Spenden für terre des hommes

Der erste Tag des Schachs, bekam aber noch eine andere besondere Note durch den DSB. Er hatte selbst 2.500 Euro zur Verfügung gestellt und die Vereine gebeten, ebenfalls an die Spendenfreudigkeit zu appellieren. Worum ging es? Man nutzte den Tag des Schachs, um der Kinderhilfsorganisation terre des hommes (Erde der Menschlichkeit), dem Partner der Deutschen Schachjugend zu helfen. Auf zwei Jugend- und Bildungsprojekte in Guatemala und Mosambik haben sich terre des hommes und die DSJ in ihrer Partnerschaft verständigt.

Schachtorte

Schachtorten gab es in Leipzig und Braunschweig, die für den guten Zweck verkauft wurden.

Und was kann es schönes geben, als in einem Jubiläumsjahr neben den großen Feiern und Festen auch an die Schwachen und Vergessenen zu denken und ihnen Hilfe anzubieten?

Eigentlich aus allen Veranstaltungsorten kamen Spendenbeträge zusammen. Noch ist nicht abzuschätzen, wie viele Gelder gesammelt wurden, doch der Betrag des DSB konnte beachtlich durch die Vereine und einzelnen Schachfreude aufgestockt werden. An manchen Orten wurde auch für die Flutopfer an der Elbe und ihren Nebenflüssen Geld gesammelt, in Leipzig standen die Krebskranken im Mittelpunkt des sozialen Engagement, was ebenso dankbar vom DSB aufgenommen wurde.

DSB sagt danke

Der Deutsche Schachbund bedankt sich herzlich bei den Vereinen für die aktive Mitarbeit an der erfolgreichen Umsetzung des ersten Tag des Schachs in Deutschland.

Und natürlich ist klar, nach diesem Erfolg muss der Tag eine jährliche Fortsetzung bekommen. Angedacht war dies von Anfang an. Der erste Erfolg hat den Planern Recht gegeben.

Tag des Schachs 2003

Am 30. August 2003 findet der nächste Tag des Schachs statt. Wieder der letzte Samstag im August. Trotz Ferienzeit in einigen Bundesländern ein guter Termin, wie die Vereine bestätigten. Das Wetter ist meist beständig, die neue Saison hat noch nicht begonnen und daher haben die Verantwortlichen in den Vereinen noch Zeit sich um solche Veranstaltungen zu kümmern.

Ein Schachduell der Städte wird es geben. Schachvereine in Städten und Gemeinden sollen sich im Wettstreit mit gleich großen und vergleichbar strukturierten Städten, Gemeinden aus anderen Bundesländern messen. Sieger wird sein, wer einzeln und gemeinsam mit dem Partner die meisten Schachspieler ans Brett bringt. Es winken Geldpreise im Gesamtwert von 5.000 Euro.

Der Tag des Schachs 2003 wird ein großes Spektakel werden, da sind sich alle sicher. Viele Vereine, die 2002 mitgemacht haben, haben uns geschrieben. Sie freuen sich schon heute - und wir auch - auf diesen Tag und auf die vielen neuen Ideen. Einige tausend Schachspieler werden's wohl sein, die sich da bundesweit mit Schach beschäftigen werden, ob als Löser von Aufgaben, als Simultanspieler, als Turnierspieler, als Blitzer.

Im November fällt der Startschuss für das neue Motto und den nächsten Tag des Schachs am 30. August 2003. Seien sie dabei, es lohnt sich!

Ernst Bedau                                         Jörg Schulz              
Referent für Breitensport                           Geschäftsführer DSJ      

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 17.09.2002