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Chessy

Jugendversammlung 1997

Protokoll

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Die Jugendversammlung der Deutschen Schachjugend fand am 8. und 9. März 1997 in Trier statt, mit dem Hauptthema Wahlen und nachfolgendem Ergebnisprotokoll.


Neuer Vorstand gewählt

Als die Delegierten aus allen Ecken Deutschlands nach Trier zur diesjährigen Jugendversammlung aufbrachen, war ihnen bewußt, daß es zu einem Wechsel in der Spitze der DSJ kommen würde.

Langfristig hatte der DSJ-Vorsitzende Klaus Deventer angekündigt, nach gut 20 Jahren Arbeit für die DSJ nicht mehr als 1. Vorsitzender zu kandidieren. Zusätzlich zu seinem Rückzug mußten die Ämter des Mädchenreferenten und des Referenten für Mitarbeiterqualifikation neu besetzt werden.

Die Jugendversammlung der DSJ wählte unter den Augen und der Leitung des DSB-Präsidenten Egon Ditt folgenden Vorstand:

1. Vorsitzender :

Thorsten Radde

2. Vorsitzender :

André van de Velde

Finanzreferent :

Siegfried Schmid

Nationaler Spielleiter :

Jürgen Jacob

Leistungssportreferent :

Detlef Kürten

Mädchenreferent :

Michael Klyszcz

Schulschachreferent :

Kurt Lellinger

Öffentlichkeitsreferent :

Rolf Schlösser

Referent für Allgemeine Jugendarbeit :

Gustaf A. Mossakowski

Referent für Mitarbeiterqualifikation :

Barbara Eberlein

Jugendsprecher :

Patrick Wiebe

In seiner Rede zur Kandidatur skizzierte Thorsten Radde kurz die Schwerpunkte der zukünftigen Arbeit:

Das neue Führungsgespann der DSJ - Thorsten Radde und André van de Velde - stehen auf dem Boden des DSJ Konzeptes "DSJ 2000". Die neuen Aufgaben, der sich die DSJ nach diesem Konzept stellen müssen, bündeln sich in der 1996 neu in den Vordergrund gerückten und durch Gustaf Mossakowski geleiteten "Säule drei der DSJ". Darüber hinaus steht aber natürlich in der DSJ weiterhin die schachsportliche Arbeit im Mittelpunkt der DSJ-Aktivitäten. Besonders intensiv wird sich die DSJ dem Arbeitsfeld "Schach für Mädchen" annehmen, um auch auf diesem Gebiet neue Impulse setzen zu können


Anträge an die Jugendversammlung

Über mehrere interessante Anträge im Bereich der Spielordnung der DSJ hatten die Delegierten zu entscheiden.

Meisterschaften sollten neu geschaffen beziehungsweise verändert werden. Für den Wechsel von der derzeitigen DVM U13 zur Vereinsmeisterschaft U11 konnten sich die Delegierten nicht überzeugen lassen. Die DVM U13 ist eines der Zugpferde im Meisterschaftsangebot, weshalb man dieses nicht aufgeben wollte.

Auch für die Aufwertung der offenen Mädchenmeisterschaft U17 zu einer Deutschen Einzelmeisterschaft U17 w mit Qualifikationswegen durch alle Ebenen konnten sich die Delegierten noch nicht erwärmen. Daher wird auch 1998 das Mädchenopen U17 ausgetragen werden.

Allerdings zeigte sich die Jugendversammlung damit einverstanden, daß sich grundsätzlich mit dem Meisterschaftskonzept der DSJ beschäftigt werden müsse: aus Sicht des Leistungssportes, aus Sicht des Spielbetriebes, aus Sicht der Länder und Vereine, auch natürlich unter dem Aspekt der Organisierbarkeit.

Der Vorstand berief dafür auf seiner ersten Sitzung folgenden Ausschuß :

Detlef Kürten - Leistungssportreferent (Vorsitzender)
Jürgen Jacob - Nationaler Spielleiter
Markus Semmel - Vorsitzender der Hessischen Schachjugend
Stefan Taudte - Vorsitzender der Thüringischen Schachjugend.

Zusätzlich wurde der Arbeitskreis Spielbetrieb der DSJ beauftragt, sich mit allen Vereinsmeisterschaften zu beschäftigen und die Teilnehmerfelder neu zu definieren. Die Saarländische Schachjugend hatte dazu den Anstoß gegeben mit der Forderung, daß jede Landesschachjugend mindestens einen Platz bei jeder Vereinsmeisterschaft erhalten müsse. Bisher sieht die Spielordnung jedoch ein Qualifikationssystem zum Erreichen der Finals auf Bundesebene vor.

Beide Aufträge sehen vor, daß die Herbstversammlung diesen Jahres erste Entwürfe vorgelegt bekommt, so daß auf der Jugendversammlung ‘98 entschieden werden kann.

Das Mädchen- und Schülerbrett bei der DVM U20 wird nicht wieder eingeführt. Mit deutlicher Mehrheit sprachen sich die Delegierten dafür aus, die Uhr nicht wieder zurückzudrehen, nachdem im vergangenen Jahr beide Bretter abgeschafft wurden und nun die DVM mit sechs Brettern gespielt wird.

Die Jugendversammlung konnte sich nicht dazu durchringen, sich selbst im Antragswesen im Bereich von Spielordnungsänderungen zu beschränken. Ein diesbezüglicher Antrag fand zwar eine Mehrheit, allerdings nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit, die nötig war, da es sich um einen Antrag zur Änderung der Jugendordnung handelte.

Die Idee, die hinter dem Antrag stand, hieß: Neue Beschlüsse sollen Zeit haben, sich in der Praxis zu bewähren, neue Ideen sollen nicht Jahr für Jahr immer wieder neu gestellt werden können, bis endlich eine Mehrheit zustande kommt. Im Prinzip gaben die Redner dem Antragssteller Jürgen Jacob recht, eine Beschneidung der Rechte der Jugendversammlung wollte man jedoch nicht.

Finanzen

Abschließend genehmigte die Jugendversammlung den Etatvoranschlag für 1997, der ein Volumen von 285.900 DM hat. Der Etat wird durch einen Zuschuß des DSB in Höhe von 150.000 DM sowie öffentliche Gelder und Eigenbeteiligungen gedeckt.


Stiftung Deutsches Schulschach

Mitgliederversammlung

Am Rande der Jugendversammlung hatte auch der Verein "Stiftung Deutsches Schulschach" zur ersten ordentlichen Mitgliederversammlung geladen. Der Verein hat seine Gründungsphase überstanden und auch die Finanzierung der künftigen Werbemaßnahmen konnten in der Startphase sichergestellt werden.

Die Versammlung dankte dem Gründungsvorstand für seine geleistete Arbeit und wählte für die nächsten drei Jahre folgenden Vorstand:

Kurt Lellinger - Schulschachreferent DSJ
Thorsten Cmiel
Jörg Schulz - Geschäftsführer DSJ.

In nächster Zeit wird der Verein alle Schulen und Vereine in Deutschland anschreiben und für seine Ideen werben. Gleichzeitig wird dieser Werbefeldzug dazu genutzt werden, um die Vereine und Schulen zu überzeugen, den Verein mit Spenden zu unterstützen, damit er seiner Aufgabe, das Schulschach in Deutschland flächendeckend zu fördern, nachkommen kann.


Jörg Schulz

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