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11 Goldene Regeln der Zusammenarbeit und Führung innerhalb von Jugendorganisationen
Die Sportjugend Niedersachsen hat für ihre Arbeit 11 goldene Regeln aufgestellt, mit der die Zusammenarbeit in der Organisation gewährleistet werden soll. Da immer wieder auf allen Ebenen die gleichen Probleme in der Kommunikation, der Zusammenarbeit, der Machtkampfrituale entstehen, sind diese goldenen Regeln auf alle Ebenen übertragbar und es lohnt sich daher, die eigene Arbeit an ihnen kritisch zu überprüfen!
- Mit allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sind Zielvereinbarungen und Prioritäten festzulegen.
- Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind in ihrer Arbeitsleistung zu fordern und zu fördern, um Ablaufprozesse gemeinsam zu optimieren. Hierbei sind die Arbeitsaufträge eindeutig zu formulieren.
- Wechselseitige Information und Kommunikation ist sicherzustellen.
- Mitarbeiten heißt: Verantwortung übernehmen.
- Für Gespräche ist Zeit zu geben und Zeit zu nehmen.
- Die Beteiligung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist entsprechend ihrer Aufgaben und Kenntnisse sicherzustellen.
- Rückmeldungen sind bei Aufgaben- und Verantwortungsübertragung unerläßlich.
- Lob, Anerkennung, aber auch konstruktive Kritik sind notwendige Bestandteile von Führung und Zusammenarbeit. Begründungen schaffen Transparenz.
- Es ist miteinander, statt übereinander zu reden.
- Der Schlüssel für erfolgreiche Zusammenarbeit ist Offenheit, Glaubwürdigkeit, Verläßlichkeit und Vertrauen. Die Umgangsformen sind freundlich, offen, sensibel, mutig und von gegenseitigem Respekt und Hilfsbereitschaft getragen.
- Eigene Fehler sind einzugestehen und offensiv anzugehen.
(Sportjugend Niedersachsen 1999)
16 Thesen zur Mitarbeit der Jugend in den Verbänden
Teil 3In den DSJ - FOREN 4/98 und 6/98 sind jeweils zwei Thesen zur Mitarbeit der Jugend in Jugendverbänden vorgestellt und gleichzeitig auf die Deutschen Schachjugend übertragen worden. Diese Thesen sind auf einer Diskussionsveranstaltung der Deutschen Sportjugend auf dem Bundesjugendtreffen 1997 in Dessau erarbeitet worden. Dieser Beitrag wird nun in diesem und kommenden DSJ-FOREN fortgesetzt.
These 5:
· Erziehungs- und Sozialisationsinstanzen wie Elternhaus und Schule müssen mehr Gewicht darauf legen, bei Kindern und Jugendlichen die Tätigkeit zur Mitbestimmung und Mitverantwortung zu fördern.
Bezug zur Deutschen Schachjugend
Neben Schule und Elternhaus, tragen auch Vereine als Sozialisationsinstanz einen Teil der Verantwortung für Kinder und Jugendliche. Das Aufgabenprofil der Vereine hat sich in den letzten Jahrzehnten entscheidend verändert, so daß es nicht mehr ausreicht, lediglich die eigene Sportart anzubieten. Vielmehr ist der Verein als Erziehungshilfe und Orientierungspunkt im Leben von Kindern und Jugendlichen gefragt. Der Verein muß überlegen, wie er auf dieses veränderte Anforderungsprofil reagiert.
Damit sich Kinder und Jugendliche mit einem Schachverein identifizieren können, müssen sie diesen aktiv mitgestalten können. Der Schachverein muß Kindern und Jugendlichen zeigen, daß sie Verantwortung tragen und mitbestimmen sollen. Dadurch wird die Bindung zum eigenen Schachverein entscheidend verbessert und zusätzlich ein großer Kreis von ehrenamtlichen Helfern aufgebaut.
Die Deutsche Schachjugend kann hier als Koordinationsstelle wirken, interessante Ideen bündeln und kommunizieren. Hausaufgabenhilfe durch ältere Spieler, Planung und Organisation eines Festes von und für Kinder oder aber auch die Betreuung von jüngeren Schachspielern in Trainingsgruppen durch Nachwuchstalente wären Beispiele für eine gelungene Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in das Vereinsleben.
These 6:
· Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen darf nicht auf randständige Bereiche beschränkt bleiben, sondern muß alle zentralen Felder des Sportvereins tangieren, und dazu gehört auch die Verwendung der finanziellen Mittel.
Bezug zur Deutschen Schachjugend
Die Mitbestimmung in einem Verein darf für Kinder und Jugendliche nicht auf einzelne Teile beschränkt sein, sondern muß zu einem Prinzip des gesamten Handelns werden. Nur so können die Entscheidungen transparent und nachvollziehbar werden. Bei jeder Entscheidung, die Kinder und Jugendliche betrifft, müssen diese angemessen eingebunden werden.
Ein selbständiger Jugendvorstand und ein eigener Jugendetat sind wichtige Voraussetzungen für eine umfassende Berücksichtigung jugendlicher Interessen. So können Jugendliche und Kinder Erfahrungen in der ehrenamtlichen Tätigkeit sammeln und gleichzeitig Verantwortung übernehmen. Der sparsame Umgang mit den meist knappen Finanzmitteln gehört genauso dazu wie die lebendige Gestaltung des gesamten Vereinslebens.
Die Deutsche Schachjugend besitzt bei der Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen eine wichtige Vorbildfunktion, die nicht unterschätzt werden sollte. Erst durch das aktive Vorleben eines durch Mitbestimmung und Mitverantwortung geprägten Leitbildes kann sich die Deutsche Schachjugend als moderner Jugendverband positionieren. Mit der Einführung von Jugendsprechern ist bei der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht worden, der für alle Ebenen der Schachorganisation gilt.
Patrick Wiebe, Vorstandsmitglied der Deutschen Sportjugend
Der Ideale Verein - eine Utopie?Die Jugendsprecher analysierten auf ihrem ersten Jugendsprecherseminar 1999 die Situation der Jugendarbeit in den Schachvereinen und versuchten eine idealen Jugendverein zu entwickeln.
Die Arbeit der Vereine wurde untersucht anhand der Bereiche Sportliche Jugendarbeit, außersportliche Jugendarbeit und Organisation der Jugendarbeit. Diese Hauptbereiche wurden natürlich weiter unterteilt und aufgegliedert. Zu den einzelnen Themen erarbeiteten die Jugendsprecher umfangreiche Materialien, die aufgearbeitet und als Broschüre veröffentlicht werden.
Das FORUM druckt die Zusammenfassung der Seminararbeit ab:Der ideale Jugendverein orientiert sich grundsätzlich immer an den Jugendlichen: Die Maxime für alles Handeln lautet:
"Das Angebot für Jugendliche muß immer aus der Sichtweise der Jugendlichen entwickelt werden."
In der Sportlichen Jugendarbeit, aufgegliedert in Spielbetrieb und Training, ist auf die Neigungen und Wünsche der Jugendlichen einzugehen. Zu bedenken ist, daß Jugendliche sich nicht unbedingt dauerhaft verpflichten und verplanen lassen wollen, daher ist eine Steigerung der Flexibilität in der Organisation des Spielbetriebes von Nöten, die aber von den Strukturen oberhalb des Vereines gewährleistet werden muß. Auch der Spielbetrieb muß interessant und spannend organisiert werden. Darum ist ein Rahmenprogramm unverzichtbar, ein Mannschaftskampf muß zu einem Erlebnis werden, weshalb zum Beispiel zu überlegen ist, Termine an Wochenenden zu bündeln, um mit Hilfe von Rahmenveranstaltungen, Übernachtungen das Wettkampfwochenende interessant zu gestalten. Aber auch der Verein selbst kann bei Einzelkämpfen viele Ideen entwickeln, den Kampf zu einem Erlebnis für die Teilnehmer zu machen.
Im Trainingsbereich ist darauf zu achten, daß das Trainings abwechslungsreich gestaltet wird, die Methoden der Lehrstoffvermittlung müssen wechseln. Ein guter Jugendtrainer versteht sich jedoch nicht nur als Trainer, er ist auch Ansprechpartner für die Jugendlichen für alle Probleme, er muß das Vertrauen der Jugendlichen gewinnen und in seiner Stundenplanung immer Platz lassen für außerschachliche Themen.
Der ideale Verein muß den Kontakt zu den Schulen suchen und sollte anstreben, sich selbsttragende Schulschachgruppen in Verbindung mit seinem Verein aufzubauen, da die Arbeit in den Schule nicht verstanden werden darf als reine Mitgliedergewinnung. Die Schulschachgruppen müssen ein Eigenleben erhalten, um damit eine größere Anziehungskraft für die Schüler der jeweiligen Schule zu bekommen.
Jugendarbeit ist ohne eine außersportliche Jugendarbeit undenkbar. Wer Jugendarbeit macht, hat ein größeres Aufgabenfeld, als die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen "nur" zu guten Sportlern in einer Sportart auszubilden. Auf den Übungs- und Jugendleiter im Verein kommen erzieherische Aufgaben zu, er muß die Gemeinschaft unter den Jugendlichen pflegen, er hat die Jugendlichen heranzubilden zum eigenständigen Handeln, er hat zu motivieren, zu begeistern. Zum Aufgabengebiet eines Jugendvereines gehört die soziale Arbeit genauso wie das Angebot eines regelmäßigen Trainings und eines guten Spielangebotes. Deswegen sind Vereinsfahrten, Ausflügen, Sportveranstaltungen, Einbindung von Jugendlichen in die Verantwortung unverzichtbare Bestandteile der Jugendarbeit. Der Jugendverein tritt hier gegenüber den Kindern und Jugendlichen als Dienstleister auf, der Verein muß im Leben der Kinder und Jugendlichen zu einem festen Bestandteil werden, er ist Treffpunkt und Kommunikationspunkt. Wem das gelingt, der hat keine Probleme mit Mitgliederrückgang, mangelndem Nachwuchs für die Leiterebene!
Zum Treffpunkt Verein gehört auch die Einbindung der Eltern. Nicht als erwachsene Vordenker und Aufpasser, aber als Unterstützer, als Helfer. Die Eltern sind über regelmäßige Informationen in den Vereinsbetrieb einzubinden. Um Treffpunkt zu sein, benötigt der Verein ein jugendgemäßes Spiellokal, das die Möglichkeit bietet, durch die Jugendlichen gestaltet zu werden und das möglichst flexible Öffnungszeiten bietet.
Natürlich ist in einem Jugendverein die Jugend in die Vereinsführung jugendgemäß einzubinden. Jugendgemäß heißt in diesem Fall: Die Mitverantwortung der Jugendlicher muß gefördert und gewährleistet werden. Ein Verein mit dem Schwerpunkt Jugend muß einen eigenen Jugendvorstand mit einem eigenen Jugendetat in freier Verantwortung haben. Es ist darauf zu achten, daß möglichst viele Jugendliche über kleine Aufgaben in die Mitarbeit eingebunden werden (Aufgaben delegieren!). Natürlich muß man aber auch dafür sorgen, daß die Helfer, Mitarbeiter ausgebildet werden, das fängt an mit der Jugendgruppenleiterausbildung und setzt sich fort über den Übungsleiter.
André van de Velde, Jörg Schulz
Tour des hommes '99terre des hommes und die Deutsche Sportjugend rufen gemeinsam zu ihrer dritten Radtour durch Deutschland auf, um auf die Kinderrechte und die UN-Konvention über die Rechte von Kindern aufmerksam zu machen. Gleichzeitig soll mit dieser Tour von Hamburg über Bonn nach München über 1.500 km Geld für terre des hommes und deren Projekte vor allem in Ländern, die durch Kriege schwer in Not geraten sind, gesammelt werden. In Hamburg wird sich die Schachjugend aktiv beteiligen und alle Landesverbände, durch die die Tour vom 02.-21.06. radelt (Hamburg, Bremen, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Baden, Bayern), sind aufgefordert sich ebenfalls zu beteiligen. Weitere Infos folgen im nächsten FORUM.
Jugendsprecherseminar der Deutschen Schachjugend
vom 21.-25. Mai 1999 in Oberhof / ThüringenWährend der Deutschen Jugendmeisterschaften aller Klassen, die zentral in Oberhof ausgetragen werden, veranstalten die neu gewählten Jugendsprecher der DSJ Franziska Seel und Jan Pohl ein Jugendsprecherseminar über 5 Tage.
Der Inhalt dieses Seminars wird sein:
- Aktive Vorstellung der Jugendsprecherarbeit innerhalb der Landesschachjugenden und der Deutschen Schachjugend über Stellwände, Wandzeitungen, die vor Ort entwickelt werden.
- Thematisierung des Problems Sucht und Alkohol bei Jugendlichen; so wird versucht werden, über den Seminarzeitraum hinweg Alternativen (Drinks ohne Alkohol) anzubieten.
- Praktische Erfahrungen sammeln im Vorbereiten und Durchführen von Sportveranstaltungen, Freizeitangeboten für die Teilnehmer der Deutschen Meisterschaften.
Wie bei allen Jugendsprecherseminaren der DSJ werden die Übernachtungs- und Verpflegungskosten von der DSJ übernommen und die Fahrtkosten bis zur Höhe von 100,-DM übernommen.
Weitere Informationen sind bei den Jugendsprechern zu erhalten:
Franziska Seel , Magdeburger Str. 11 a,
65510 Idstein, Tel.: 06126/70827,
email: dekleene@gmx.net
Jan Pohl, Fritz-Schumacher-Allee 75,
22417 Hamburg, Tel.: 040/520 52 82
Impressum DSJ-FORUMHerausgeber: Deutsche Schachjugend
http://Deutsche-Schachjugend.de/
Verlag: JugendSchachVerlag, Partner der Deutschen Schachjugend
Redaktionsanschrift: Geschäftsstelle Deutsche Schachjugend, Jörg Schulz, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.Das DSJ-FORUM ist das Informationsblatt der Deutschen Schachjugend. Es erscheint 10 mal im Jahr als Beilage der Zeitung JUGENDSCHACH.
DSJ-FORUM wird gefördert aus Bundesmitteln des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
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