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Chessy

DSJ - FORUM
Ausgabe 1999 - 5


16 Thesen zur Mitarbeit der Jugend in den Verbänden

In den DSJ - FOREN 4/98, 6/98 und 2/99 sind jeweils zwei Thesen zur Mitarbeit der Jugend in den Verbänden vorgestellt und gleichzeitig auf die Deutsche Schachjugend übertragen worden. Diese Thesen sind auf einer Diskussionsveranstaltung der Deutschen Sportjugend auf dem Bundesjugendtreffen 1997 in Dessau erarbeitet worden. Dieser Beitrag wird mit zwei weiteren Thesen fortgesetzt.

Teil 4

These 7

Bezug zur Deutschen Schachjugend

Entgegen der landläufigen Meinung, daß die Bereitschaft ein Ehrenamt zu übernehmen ständig sinkt, zeigen aktuelle Jugendstudien das Kinder und Jugendliche im hohem Maße bereit sind, sich im Verein ehrenamtlich zu engagieren. Gleichzeitig wird aber auch deutlich gemacht, daß die Bereitschaft von den Bedingungen der Verantwortungsüber-nahme abhängig ist. So sollen nicht nur die Erwachsenen festlegen, was Kinder und Jugendlichen machen dürfen.

Die Schachvereine müssen von der Vorstellung Abschied nehmen, daß man engagierte Jugendliche gleich mit Aufgaben überhäufen kann und sich daraus eine kontinuierliche jahrelange Mitarbeit entwickelt. Vielmehr müssen mehr projektorientierte Beteiligungsformen entwickelt werden, die nicht an die Übernahme eines Amtes gekoppelt sind. Die Betreuung bei einer Ferienfreizeit, die Hilfe bei einem Tag der offenen Tür oder auch die Mitgestaltung der Vereinszeitschrift können direkt von Jugendlichen übernommen wer-den. Durch das Gelingen von kleinen Aufgaben wird gleichzeitig auch Motivation für die weitere Mitarbeit geschaffen.

Die Deutsche Schachjugend kann gerade bei der Umsetzung von projektorientierten Beteiligungsformen innovativ arbeiten. Nicht nur die Durchführung eines Chessweekends mit interessantem Rahmenprogramm, sondern auch die Präsentation der Deut-schen Schachjugend auf den Bundesjugendtreffen der Deutschen Sportjugend kann eine Gruppe von Jugendlichen übernehmen. Zusätzlich sollten Modellprojekte auf Lan-desebene unterstützt und gefördert werden.

These 8

Bezug zur Deutschen Schachjugend

Trotz aller Veränderungen der Rahmenbedingungen bleibt die sportliche Jugendarbeit das zentrale Handlungsfeld eines jeden Vereins. Aber auch der Spielbetrieb und die Trainingsformen müssen sich weiterentwickeln und kinder- und jugendfreundlich sein. Gerade im Training und bei Wettkämpfen müssen die Interessen und Wünsche der Kin-der und Jugendlichen berücksichtigt werden, damit der Spaß am Sport erhalten bleibt.

Als Schachverein kann man gemeinsam mit den Kindern und Jugendliche neue Wege beschreiten, um die Attraktivität des Schachs zu erhöhen. Neue Spielformen, kürzere Bedenkzeiten, variable Mannschaftsaufstellungen und spielerische Angebote können das Profil eines Schachvereins positiv beeinflussen. Häufig haben Kinder und Jugendli-che interessante Ideen, da sie genau wissen wo im Moment Probleme auftreten.

Mit der Ausrichtung der zentralen Deutschen Meisterschaft besitzt die Deutsche Schachjugend eine Veranstaltung mit Modellcharakter, bei der der kind- und jugendgerechte Charakter des Wettkampfsystems herausgestellt werden kann. Durch ein vielfältiges Rahmenprogramm und Aktionen wie Chess and Fun erhalten die Vereine und Lan-desverbände Anregungen für ihren eigenen Spielbetrieb.

(Patrick Wiebe)


Informationen zum Schachsportabzeichen des Deutschen Schachbundes

Nach längeren Vorarbeiten hat der Kongreß des Deutschen Schachbundes 1998 die Einführung eines Schachsportabzeichens beschlossen. In der Struktur seiner Anforderungen orientiert es sich am Sportabzeichen des Deutschen Schachbundes. So wie mit dem Sportabzeichen des Deutschen Sportbundes die körperliche Leistungsfähigkeit trainiert, gefördert und erhalten werden soll, will das Schachsportabzeichen anhand typi-scher Anforderungsbereiche des Schachspiels die geistige Leistungsfähigkeit trainieren, fördern und erhalten. Insofern ist das Schachsportabzeichen eine wichtige Ergänzung des Sportabzeichens, die vom Deutschen Sportbund ausdrücklich begrüßt wird.

Im einzelnen sind folgende Zielsetzungen mit dem Schachsportabzeichen verbunden:

Diese Zielsetzungen sollen erreicht werden durch die Beschäftigung mit schachtypischen Aufgaben aus fünf verschiedenen Bereichen des Schachspiels. Dabei sind die Anforderungen so bemessen, daß sie deutlich über denen der Trimm-Dich-Aktionen und der Schachdiplome liegen. Um sie zu bewältigen, ist es für Spieler/innen mittlerer Spielstärke erforderlich, vor der Ablegung der Prüfungen an einem gezielten Training teilzunehmen. Dafür steht ein Heft mit Trainingsmaterialien zur Verfügung, das beim Bundesbeauftragten für das Schachsportabzeichen angefordert werden kann, wenn ihm ein Nachweis über die Einzahlung der Schutzgebühr von 10 DM auf das Konto des Deutschen Schachbundes bei der Stadtsparkasse Hildesheim BLZ 259 500 01 Kt.-Nr. 6005700 übersandt wird. Darin sind auch weitere Informationen zum Schachsportabzeichen enthalten.

Gedacht ist das Schachsportabzeichen:

Gesucht werden im gesamten Bundesgebiet Schachvereine und Schulen, die bereit sind, als Stützpunkte für das Schachsportabzeichen tätig zu werden. Sie müßten über Lizenzträger des Deutschen Schachbundes verfügen, weil nur diese berechtigt sind, die Prüfungen abzunehmen. Außerdem sollten geeignete Räumlichkeiten vorhanden sein, in denen das Training ungestört vom normalen Spielbetrieb durchgeführt werden kann. Für alle Anfragen und die Versendung von Unterlagen ist derzeit der Bundesbeauftragte für das Schachsportabzeichen Gerhard Willeke, Scharnhorststr. 24 A, 31275 Lehrte, Tel.+ Fax 05132/51673 zuständig.

Wer an den Prüfungen für das Schachsportabzeichen teilnimmt, hat eine Gebühr von 5 DM zu bezahlen. Damit sind die Kosten für das Aufgabenheft, das Abzeichen und die Urkunde abgedeckt.

(Deutscher Schachbund)


Ausschreibung der Stelle des Bundesnachwuchstrainers im Bereich des Deutschen Schachbundes

Zum 1. Januar 2000 ist die Stelle des Bundesnachwuchstrainers beim Deutschen Schachbund neu zu besetzen. Es handelt sich zunächst um einen auf 4 Jahre befristeten Vertrag, jedoch mit der Möglichkeit der Verlängerung.

Die Aufgabe:

Gewünschtes Profil:

Generell wird an eine Vollzeitbeschäftigung gedacht. Beschäftigungsort ist im wesentlichen der Wohnort des Bundesnachwuchstrainers. Bewerbungen, die neben den aussagekräftigen Unterlagen und dem Gehaltswunsch auch eigene Vorstellungen zur Tätigkeit als Bundesnachwuchstrainers enthalten sollten, sind bis zum 31. August 1999 an den Deutschen Schachbund, z. Hd. Herrn Metzing, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin, zu richten.

(Deutscher Schachbund)


Unterkünfte in den Niederlanden

Das niederländische "Zentrum für Gruppenunterkünfte" bringt jährlich eine Broschüre mit über 200 Angeboten für Unterkünfte bei Vereinsfahrten heraus. Vom urigen Schiff, über den rustikalen Bauernhof bis hin zum modernen Tagungszentrum reicht die Angebotspalette. Die Unterkünfte können alle über eine zentrale Rufnummer gebucht werden. Die Broschüre ist zu bestellen über das
"Centrum voor Groepsaccommodaties"
Tel.: 0031-487-594641, Fax: 0031-487-594389
Die Internetadresse lautet: www.groepsaccommodaties.com/dindex.htm

(dsj-internetseiten)


Bundesweites Schülermagazin im Internet
Zentrale Online-Anlaufstelle für Lehrer und Schüler

Das Internet ist ein bevorzugtes Informations- und Unterhaltungsmedium gerade von Jugendlichen geworden. Gleichwohl geht's online noch relativ chaotisch zu. Im Internet ist so ziemlich alles zu finden. Aber gerade das Finden ist oft die unerwartet hohe Hürde. Über eine Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder bietet jetzt "Scoolz" (www.scoolz.de), das "erste bundesweite Schülermagazin im Internet", deutschen Lehrern und Schülern eine zentrale Anlaufstelle im Netz.

"Scoolz" präsentiert auf 29 Pages jugendrelevante Themen. Von den Seiten gibt es Links und Gegenlinks zu den Partnern: Sportverbänden, Pages von Musikgruppen, Jobanbietern, den Schulservern der Bundesländer. Auf "Scoolz" können Tourdaten von Bands abgefragt werden, man kann sich die neuesten Filmtips reinziehen, Termine von Sportveranstaltungen einsehen, sich über Computer informieren oder in der Rubrik "help!!!" Hilfe zu Themen wie Gewalt, Drogen oder Aidsprävention suchen. Im "treff" können Schüler und Lehrer miteinander chatten. Außerdem gibt es Gewinnspiele.

Die Graphik von "Scoolz" ist klar strukturiert und ermöglicht eine schnelle Navigation. Redaktionell betreut eine Hamburger Presseagentur das Angebot und hofft, daß es "zum Einstiegsmedium für Schülerinnen und Schüler in die Welt des Netzes" wird.

(dsj-Internetseiten)


Sportvereine bieten "Schutzimpfung" gegen Jugendkriminalität

Nach neuen Erkenntnissen des Kriminilogischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) haben schlecht geführte Jugendzentren einen erheblichen negativen Einfluß auf die wachsende Jugendkriminalität, während die Jugendarbeit in Sportvereinen dieser Entwicklung entgegenwirkt. Dies betonte KFN-Direktor Prof. Dr. Christian Pfeiffer im Zusammenhang mit der kürzlich in Bonn vorgelegten Kriminalstatistik der Polizei.

Der bekannte Jugendforscher und Kriminologe erklärte, daß Studien gezeigt hätten, daß sich knapp die Hälfte aller gewaltbereiten Cliquen in Deutschland in schlecht geführten Jugendzentren gebildet hätten und deshalb die verbandliche Jugendarbeit stärker gefördert werden müsse. "Ein gutes Beispiel sind Sportvereine oder Pfadfindergruppen. Sie haben geradezu eine Art Schutzimpfungseffekt in Sachen Jugendkriminalität", so Prof. Dr. Pfeiffer wörtlich in einem dpa-Interview.

Ein Grund mehr, sich auch im Deutschen Schachbund verstärkt um die Jugendarbeit zu kümmern!

(DSB-Presse)


Impressum DSJ-FORUM

Herausgeber: Deutsche Schachjugend
http://Deutsche-Schachjugend.de/
Verlag: JugendSchachVerlag, Partner der Deutschen Schachjugend
Redaktionsanschrift: Geschäftsstelle Deutsche Schachjugend, Jörg Schulz, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.

Das DSJ-FORUM ist das Informationsblatt der Deutschen Schachjugend. Es erscheint 10 mal im Jahr als Beilage der Zeitung JUGENDSCHACH.
DSJ-FORUM wird gefördert aus Bundesmitteln des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 18.11.2001