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Praktisch für die Praxis (2)
Teil 2 unserer neuen Serie mit praktischen Beispielen aus der allgemeinen Jugendarbeit für die Vereine. Es werden Ideen aufgezeigt, mit denen man immer wieder die dringend notwendige Abwechslung in das Vereinsleben bringen kann.
2. Das 100 Fragen Spiel
Spielidee:
Es sei zu Beginn gesagt, dass das 100-Fragen Spiel eine gewisse Vorbereitungszeit benötigt, die es nicht zu unterschätzen gilt. Zu aller erst müssen die 100 Fragen ausgedacht werden. Es kann sich dabei um Fragen aus dem schachlichen Bereich handeln, interessant wird es aber gerade dann, wenn auch Gebiete wie Sport, Gesellschaft oder Kultur miteinbezogen werden, ein besonderes Würzmittel sind auch Ereignisfragen. Hier ein paar Beispiele, die zur Anregung dienen mögen:
Wie viele Züge benötigt ein weißer Bauer, um vom Feld a2 nach a8 zu laufen?
Wie heißt der neue Stürmerstar der Borussen aus Dortmund?
Wer hat das Buch "Pippi geht von Bord" geschrieben?
Wie alt muss man sein, um in Deutschland wählen zu dürfen?
Stellt Euch in einer Reihe auf und singt ein Lied Eurer Wahl!
Dies sind nur ein paar Vorschläge, der Fantasie sind bei der Auswahl der Fragen keine Grenzen gesetzt. Die Fragen müssen nun von eins bis hundert durchnummeriert werden und in einem größeren Raum kreuz und quer an die Wände, an die Decke, auf den Fußboden, an Tische, Stühle und Fenster geklebt werden. Jetzt kann man sich an die Einteilung der Mannschaften machen, die Erfahrung hat gezeigt, dass pro Mannschaft mindestens drei Mitspieler vorhanden sein sollten, nach oben gibt es keine Grenzen, vorausgesetzt der Raum bietet genügend Platz. Jede Mannschaft benötigt einen Spielleiter, der, für die Mannschaft nicht einsehbar, eine Liste mit allen Fragen und Antworten besitzt.
Das Spiel kann nun beginnen: jede Mannschaft schickt einen Vertreter zum vorher bestimmten Spielleiter und würfelt mit einem normalen sechs-Augen Würfel. Zeigt der Würfel eine drei, sucht die Mannschaft Frage drei, zeigt der Würfel eine Fünf, sucht die Mannschaft Frage fünf, usw. Ist der Zettel mit der zu suchenden Frage gefunden, versucht die komplette Mannschaft die Antwort zu finden. Glaubt sie Erfolg bei der Suche gehabt zu haben, läuft der Vertreter der Mannschaft zum Spielleiter und gibt die Lösung ab. Ist sie richtig, darf er erneut würfeln und die gewürfelte Augenzahl auf die zuletzt gewürfelte dazuaddieren. Wenn Mannschaft A also zuerst eine Zwei gewürfelt hat, die Frage Nummer zwei gefunden und richtig beantwortet hat und der Vertreter der Mannschaft nun eine Sechs würfelt, sucht die Mannschaft als nächstes Frage acht (2+6=8). Beantwortet eine Mannschaft eine Frage falsch, so muss der Vertreter der Mannschaft zwar auch würfeln, allerdings wird diesmal die Augenzahl subtrahiert. Wenn Mannschaft B beim ersten Mal eine Fünf gewürfelt hat, Frage fünf allerdings nur falsch beantworten konnte und der Vertreter der Mannschaft beim zweiten Würfeln auf eine Drei kommt, muss die Mannschaft nun Frage Zwei suchen (5-3=2).
Die Mannschaft, die mit diesem System zuerst bei Frage 100 angelangt ist, gewinnt das Spiel. Es ist dabei nicht nötig, die 100 genau zu treffen, wenn man bei Frage 98 eine Fünf würfelt, darf man trotzdem die letzte Frage beantworten. Das Gleiche gilt für das Würfeln zu Beginn des Spiels, wenn man Frage zwei falsch beantwortet hat und dann eine Vier würfelt, muss man trotzdem bei Frage eins anfangen. Es ist von daher auch möglich, Fragen mehrmals beantworten zu müssen.
Spielmaterial:
Die hundert Fragen druckt man am besten mit genügend Abstand auf normales weißes Papier und schneidet sie dann aus. Zum Aufhängen der Zettel behilft man sich einfach mit TESA. Pro Mannschaft benötigt man einen Spielleiter, der mit einem Würfel, Zettel, Stift und der kompletten Liste aller Fragen mit den dazugehörigen Antworten ausgestattet ist.
Weißes Papier
Schere
TESA
Stifte (pro Spielleiter einen)
Würfel (pro Spielleiter einen)
Frage-Antwort Satz (pro Spielleiter einen)Spieltipps:
Das 100-Fragen Spiel eignet sich sowohl für Jugendreisen, als auch zur Auflockerung von Vereinsabenden. Auch wenn man draußen spielen könnte, eignet sich ein größerer Raum besser. Um nicht unter Zeitdruck zu geraten, sollten schon zwei Stunden Spielzeit eingeplant werden.
Spielvariationen:
Es ist kein Problem, das 100-Fragen Spiel zu einem 50-Fragen Spiel umzufunktionieren. Die Vorbereitung und das Spielmaterial bleiben gleich, man braucht nun aber nicht mehr zwei Stunden einzuplanen.
(Jan Pohl)
Nachruf für Jürgen Jacob
Die Deutsche Schachjugend trauert um den langjährigen Nationalen Spielleiter Jürgen Jacob, der am 14.September in seiner Wohnung in Mainz verstarb.
Von 1990 bis 1999 verantwortete Jürgen Jacob im Vorstand der Deutschen Schach-jugend den nationalen Spielbetrieb. Groß geworden war er als Schachfunktionär in seinem Verein Schachfreunde Mainz 1928 e.V., im Schachbund und der Schachjugend Rheinhessen, sowie dem Landesverband und der Landesschachjugend Rheinland-Pfalz.
Seine Epoche in der Deutschen Schachjugend war geprägt durch große Veränderungen im Kinder- und Jugendspielbetrieb. Zuerst mussten die unterschiedlichen Spielsysteme der beiden deutschen Schachorganisationen vereint und aufeinander abgestimmt werden. Hierbei war die erste gemeinsame, zentrale Deutsche Jugendmeisterschaft in Magdeburg 1991 ein erster Höhepunkt für ihn und die DSJ.
Die nächsten einschneidenden Veränderungen waren die ersten echten zentralen Deutschen Jugendmeisterschaften mit allen Altersklassen 1996 in Pinneberg. Und dann natürlich der komplette Umbau des Kinder- und Jugendspielbetriebes der Deutschen Schachjugend im Jahre 1998 mit der Veränderung der gesamten Altersstruktur.
Im internationalen Bereich ragten die beiden Jugendweltmeisterschaften in Deutschland heraus. 1992 in Duisburg bei der WM U10 - U18 war er als Schiedsrichter beteiligt, bei der U20 Weltmeisterschaft 1995 in Halle mit dem großen Erfolg des Titelgewinns vom Magdeburger Roman Slobodjan war er für den gesamten sportlichen Bereich verantwortlich.
Dort wie bei allen Deutschen Jugendmeisterschaften bestach er durch Fachwissen und unglaublichen Arbeitseinsatz.
Jürgen Jacob war ein Mensch mit "Ecken und Kanten", der es seinen Mitstreitern oft nicht leicht machte. Im Mittelpunkt seiner Arbeit - und das betonte er immer wieder - standen für ihn die Jugendlichen, für sie war er immer ansprechbar, für sie ging er jeden Konflikt ein, bei ihnen war er beliebt und anerkannt. Im Verbandsbereich hingegen schwankte die Einschätzung zwischen gefürchtet und geschätzt, doch jeder erkannte seine unbedingte Hingabe zur Aufgabe Spielbetrieb, sein umfangreiches Fachwissen, das er gerne weiter gab, und seinen Arbeitseinsatz an.
Die Deutsche Schachjugend trauert um einen vielschichtigen Mitstreiter, für den der deutsche Spielbetrieb Ansporn und Herausforderung zugleich war.
Im Namen des Vorstandes der Deutschen Schachjugend
Jörg Schulz
Image ist alles ...
Naja, zum Glück ist es soweit noch nicht. Aber auch wir als Verband müssen uns ein wenig "verkaufen" (im positiven Sinne). Und dazu gehört nun einmal auch ein Slogen oder Wahlspruch oder wie immer man es nennen mag. Im Rahmen der Diskussion eines "Leitbildes" der Deutschen Schachjugend sucht die DSJ eben einen solchen Spruch. Kurz und prägnant sollte er sein, irgendetwas, womit sich die DSJ und vor allem die Jugendlichen und die vielen Ehrenamtlichen identifizieren können. Ich gebe mal ein paar Beispiele. Ob diese geeignet wären, sei einmal dahingestellt.
"Immer einen Zug weiter. Deutsche Schachjugend" oder
"Zukunft gestalten - Zug um Zug. Deutsche Schachjugend" oder
"Wir bewegen Kinder, nicht Schachfiguren. Deutsche Schachjugend"
Der ganz große Knaller ist nun wirklich nicht dabei, aber ich denke, Ihr habt verstanden, worum es geht. Unsere Bitte an Euch: Wenn Ihr eine Idee habt, wie ein solcher Spruch aussehen könnte, dann schickt ihn uns! Da können wir ja dann auch mal testen, wie gut Schach die Kreativität fördert ... Wäre wirklich toll, wenn ein paar Ideen zusammenkommen würden. Wir freuen uns über jede Einsendung!
Schickt Eure Vorschläge bitte an presse@deutsche-schachjugend.de(Michael Klein)
Herbsttagung 2001
Im September fand in Nürnberg die diesjährige Herbsttagung der DSJ statt. Hauptpunkt der Tagesordnung war die Organisationsentwicklung der DSJ. Die sich rapide verändernden Anforderungen der Zielgruppen an die Sportverbände, aber auch von Seiten zum Beispiel der geldgebenden Ministerien und Sponsoren, erfordert eine ständige Anpassung der Strukturen in der DSJ. Nach einem fachkundigen Referat des Geschäftsführers der Deutschen Sportjugend Wolfram Ochs wurde in Arbeitsgruppen besprochen, wie weit diese Anpassung geschehen muss, was bereits Substanz geworden ist und welches Ziel man letztlich vor sich hat.
Hierbei wurden drei Aspekte bearbeitet.
Die DSJ gibt sich ein "Leitbild", das zukünftig die Grundlage für die Arbeit innerhalb des Verbandes sein und als "Leitstern" dienen soll, an dem sich die alltägliche Arbeit letztlich ausrichtet. Hinzu kommt ein Führungskonzept, das sich mit der Struktur der Führungsebenen in der DSJ (Jugendversammlung, Vorstand und Geschäftsstelle) befasst und in dem festgelegt wird, wie diese am effektivsten zusammenarbeiten können. Besprochen wurde auch ein Strukturkonzept, das insbesondere die zu erzielenden Synergieeffekte zum Inhalt hat, die sich aus einer Bildung von Netzwerken und einer verbesserten Kooperation zwischen den einzelnen Ebenen des Verbandes ergeben.
Die Diskussion wurde offen und sehr konstruktiv geführt, so dass trotz des "trockenen" Themas einiges hängen blieb und der notwendige Prozess der Re-Organisation erheblich weitergebracht wurde.
(Michael Klein)
Impressum DSJ-FORUMHerausgeber: Deutsche Schachjugend
www.Deutsche-Schachjugend.de
Verlag: JugendSchachVerlag, Partner der Deutschen Schachjugend
Redaktionsanschrift: Geschäftsstelle Deutsche Schachjugend, Jörg Schulz, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.Das DSJ-FORUM ist das Informationsblatt der Deutschen Schachjugend. Es erscheint 10 mal im Jahr als Beilage der Zeitung JUGENDSCHACH.
DSJ-FORUM wird gefördert aus Bundesmitteln des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
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