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Chessy

DSJ - FORUM
Ausgabe 2001 - 09


Nix für zu Hause
Seminar für engagierte Jugendlichen in Göttingen

Die Zeit des Faulenzens ist für die meisten Jugendsprecher schon lange vorbei. Dies zeigte sich wieder einmal auf einer Veranstaltung der DSJ für die engagierten Jugendlichen Deutschlands: Diese wollen sich für ihre Mitmenschen einsetzen und gemeinsam Aktionen planen und ausführen. Was scheint da geeigneter als ein Seminar über das Thema "Teamarbeit" anzubieten. Als Referent wurde der ehemalige Stellvertretende Geschäftsführer der Deutschen Sportjugend Rudolph Schmidt gewonnen.

Auch für ihn war es Neuland, das er betrat, aber das Thema reizte ihn, da es in der heutigen Zeit von immer größerer Bedeutung sei, teamfähig zu sein. Sein Referat begann zunächst mit einem kleinen Brainstorming, bei dem die Teilnehmer in Stichworten erste Definitionen für den Begriff "Team" suchten.

Im Anschluss daran erarbeiteten die Teilnehmer verschiedene Bilder dieses Begriffes, in dem sie Zeitungsartikel nach verschiedenen Kriterien auswerteten. Dabei sollte sich zeigen, dass das Wort Team häufig benutzt wird, im Grunde aber fehl am Platze ist.

Damit das Seminar nicht nur die Theorie der Teamarbeit zeigt, wurden Fünfergruppen gebildet, um in diesen aus einer vorgegebenen Menge Papier, einem Kleber und einer Schere den höchsten Turm aller Gruppen zu bauen. Anhand der Arbeitsverteilung innerhalb der Gruppe ließ sich rückblickend feststellen, dass ein Team mehrere Rollen anbietet, die der Einzelne einnehmen kann: Genannt seien hier exemplarisch der Erfinder, der Umsetzer, der Koordinator und der Integrator. Diese Rollenbilder stellten wir auch in einer weiteren Übung fest: Dem Seil-Entknoten. Hierbei zeigte sich um so deutlicher auch das Bild des Außenseiters. Manche standen im Grunde einfach nur herum - fühlten sich fehl am Platz.

Unter anderem ein Grund dafür, warum vielen diese Aufgabe nicht gefiel. Kritik äußerten wir aber erst am Ende, im sogenannten Feedback. Deutlich wurde, dass viele heute etwas anderes erwartet hatten - nämlich mehr praxisbezogene Tipps für die Jugendarbeit oder für das Arbeitsleben.

So war für viele von uns vor allem das Abendprogramm ein Grund dafür, dass Seminar als einen Erfolg zu werten. Nie zuvor, so meine Erfahrung, hatte die Deutsche Schachjugend eine so tolle Gruppe trotz der vielen Neulinge. Begonnen hatte das Seminar übrigens bereits am Freitag mit der Kennen Lernrunde und den sogenannten New-Games. Im Anschluss daran ging es in eine gemütliche Kneipe in der Göttinger Innenstadt, in der man den Abend ausklingen ließ.

Am Sonntag wurde dann in Arbeitsgruppen über die Messepräsentation der DSJ nachgedacht und schließlich einhellig festgestellt, dass man sich spätestens beim nächsten Seminar für engagierte Jugendliche wieder sehen wolle - möglicher Ort hierfür: Magdeburg.

(Thorsten Haber - Bundesjugendsprecher)


"Schulschach in Deutschland" - Folge 5
von Jörg Schulz

Von den Franzosen lernen ...

Kürzlich trafen sich die Spitzen des Deutschen Schachbundes und der Fédération Francaise des Echecs (FFE) in Marseille zu einem Arbeitstreffen. Neben vielen anderen Punkten wurde auch über die Entwicklung des Schulschachs in beiden Ländern gesprochen.

Auszug aus dem Protokoll:

"Vor einigen Jahren wurden im FFE wie bei der Deutschen Schachjugend die Schulschachwettbewerbe mit Vierer-Mannschaften durchgeführt. Dies führte dazu, dass die Mannschaften zumeist aus Vereinsspielern gebildet wurden und das Interesse in den Schulen an diesen Meisterschaften nicht sehr groß war.

Der FFE stellte daher das System um und führte 8er- und 16er-Mannschaften ein. Durch diese Änderung der Regularien explodierten die Teilnehmerzahlen an den Schulschachwettbewerben und der Einfluss der Vereinsspieler wurde zurüchgedrängt.

Die Schulschachwettbewerbe werden auf vier Stufen gespielt, das Finale auf der nationalen Ebene wird mit 8 Mannschaften à 16 Spielern und 16 Mannschaften à 8 Spielern mit 30 Minuten Partien gespielt. Wettbewerbe finden in den Altersstufen bis 10 Jahre, bis 14 Jahre und bis 19 Jahre statt. Die jüngste Altersgruppe spielt mit 16er-Mannschaften. Sowohl bei den 8er- als auch bei den 16er-Mannschaften ist ein Mädchenanteil von 25% zwingend vorgeschrieben.

Bei den Schulschachwettbewerben wird darauf geachtet, dass neben dem schachlichen Wettkampf ein Touristikprogramm für die Schüler angeboten wird. Dieses ist für die Lehrer ein wichtiger Punkt mit ihren Mannschaften an diesen Meisterschaften teilzunehmen. Viele Lehrer, die Schulschachgruppen leiten, sind selbst Schachspieler. An Schulen, an denen diese Lehrer nicht anzutreffen sind, übernehmen Übungsleiter aus den Vereinen, die durch Gemeinden (staatliche Projekte) bezahlt werden, die Arbeit an den Schulen. Die Lehrer und Eltern sehen Schach als ein pädagogisches Motiv ihrer Arbeit mit den Schülern an. Die Lehrer sind überzeugt, dass Schach beim Lernen in der Schule hilft. In verschiedenen Schulen ist Schach auch Bestandteil des Unterrichtsplanes und wird auch vormittags innerhalb des Stundenplanes angeboten. Schach wird jedoch in den Schulen nicht als Leistungssportprogramm angesehen.

Die Vereine haben intensive Kontakte zu den bestehenden Schulschachgruppen und führen zumeist die Schüler als Mitglieder. Dadurch verfügt der FFE über einen hohen Prozentsatz an Kindern und Jugendlichen im Verband und an Mädchen. Die Schulschachmeisterschaften des FFE werden in ihrer Ausrichtung bezuschusst durch den FFE, jedoch müssen auch hier wie bei der Deutschen Schachjugend, die teilnehmenden Schulen über ihre staatlichen Fördermöglichkeiten die Beträge für die Meisterschaften selbst aufbringen."

... oder wohin entwickelt sich das Schulschach in Deutschland?

Die Deutsche Schachjugend und auch die Schulschachstiftung verspürt ein großes Interesse in den Schulen vor allem den Grundschulen Schach ins Angebot der Schulen aufzunehmen. Die Motivation bei den Lehrern und den Eltern ist mit denen in Frankreich identisch.

Über lange Zeit hatte Schulschach in den Ländern und der DSJ eine eigene Bedeutung, ging seinen eigenen Weg. In letzter Zeit ist mehr und mehr festzustellen, dass sich die Schulschachwettbewerbe immer mehr dem Vereinsschach und damit auch dem Leistungsschach nähern.

Im Prinzip stellen beide Länder die gleiche Entwicklung fest. Bei kleinen Mannschaften - in Deutschland wird noch mit Vierermannschaften gespielt - dominieren mehr und mehr die Vereinsspieler das Schulschach und drängen die reinen Schulmannschaften immer weiter zurück. Nur die Schlüsse, die aus dieser Situation gezogen werden, sind vollkommen andere. Drängt man in Frankreich die Vereinsspieler zurück durch Vergrößern der Mannschaften, versucht man sie in Deutschland zu schützen.

Auf den jährlichen Tagungen der Schulschachreferenten wird immer wieder beantragt, die Meisterschaften zu teilen in eine leistungsbezogene Turniergruppe für Vereinsspieler und eine schwächere Gruppe für Schulmannschaften. Zudem ist das Reglement verschärft worden, indem Regelungen der Deutschen Vereinsmeisterschaften übernommen werden, so können unterdessen die Mannschaften nicht mehr frei aufgestellt werden, es sind DWZ-Grenzen einzuhalten. Damit macht man die Schulschachmeisterschaften für die Vereine, die dadurch eine zweite Turnierserie bekommen, attraktiv.

Wird die DSJ aber damit dem Schulschachgedanken gerecht? Werden mit diesen Regularien nicht vielmehr die Lehrer aus den Wettbewerben gedrängt, die reine Hobbyspieler sind und sich im verbandlich organisierten Schach nicht auskennen?

Schon heute prallen bei den Schulschachmeisterschaften Welten aufeinander. Hier der Turnierfuchs aus dem Verein, dort der "reine" Schachspieler, der ratlos den Tricks und Paragraphen gegenüber steht.

Das Potential in den Schulen für Schach ist da. Es steigt auch ständig. Die DSJ scheint sich aber die Wege selbst zu verbauen, dieses Potential für sich zu nutzen. Das Spielangebot für Vereine und organisierte Schachspieler ist in Deutschland extrem ausgebaut. Viele klagen über ein zu großes Angebot, das den Jugendlichen nicht mehr zur Ruhe und zum Training kommen lässt.

Warum müssen wir dieses Angebot noch um das Schulschach ausweiten?
Warum nehmen wir dem Schulschach die Eigenständigkeit, die eigenen Seele?

Dann gewinnen wir mehr Schüler und Schülerinnen für das Schachspiel und die Vereine erhalten ein größeres Potential, das sie ansprechen können und aus dem sie dann Schachsportler machen können.

Die Deutsche Schachjugend hat sich für die Säule Schach an Schulen entschieden. Sie muss aber unbedingt auch die Grundsatzdebatte darüber führen, warum Schach an Schulen ein Angebot von ihr sein soll, welche Ziele sie verfolgt.

Wobei sie das eigentlich schon gemacht hat, denn die Festlegungen im Grundsatzkonzept der Deutschen Schachjugend im Kapitel III. Schulschach sind eindeutig:

Die klare Festlegung im vierten Absatz ist deckungsgleich mit den Erfahrungen und Beschlüssen der Franzosen, nur die Umsetzung geht in zwei grundverschiedene Richtungen.

Die Deutsche Schachjugend muss anscheinend nur ihr eigenes Grundsatzkonzept ernst nehmen, dass sie 2000 in Dresden beschlossen hat. Dann muss sie gar nicht von den Franzosen lernen. Unabhängig von einander ist man zu den selben Überlegungen gekommen! Wir müssen jetzt nur an die Umsetzung gehen und auch unsere Schulschachmeisterschaften zurückführen zu einer Veranstaltung für Schulen.

Schach im Internet

Wie zu allen Sachthemen findet man natürlich alle Informationen zum Themenkomplex Schulschach auf den Internetseiten der Deutschen Schachjugend unter www.deutsche-schachjugend.de

Darüber hinaus, das ist so im Netz, findet der Interessierte auch noch weitere wichtige Schulschachseiten, die gerade im Aufbau begriffen sind:

www.schulschach.de

In einem sachlich, nüchternen Layout hat der Schulschachreferent der DSJ eine allgemeine, informative Seite zum Schulschach aufgebaut für Lehrer und Schüler. Wohl wissend, dass eben nicht alle Lehrer, die am Schach interessiert sind, sich auf den Verbandsseiten auskennen, hat er die logische Adresse gewählt schulschach.de. Dementsprechend baut er die Seite auf, jeder soll die für ihn wichtigen Informationen schnell und ohne großen Aufwand finden können.

Geplant ist, die Seiten mit allen anderen Seiten im Netz, vornehmlich mit denen der Landesschachjugenden, zu verlinken.

www.schulschachstiftung.de

Die Deutsche Schulschachstiftung präsentiert sich im Netz mit einem aufwendigere, modernen Layout. Viele Fotos und Graphiken versuchen den Nutzer zu fesseln und ihn für Schach an Schulen zu gewinnen.

Eine besonderes Angebot der Seite ist der Schach-Shop, über den extra für Schulen preisgünstige Angebote (Schachmaterial, Lehrbücher etc) zusammengetragen wurden. Denn das Ziel der Schulschachstiftung ist, Schach zu verbreiten und den Schulen eine Anlaufstelle und Hilfe zu sein.

(Jörg Schulz)


Schulschach - Cup in NRW

Die Schachjugend NRW veranstaltet auch in diesem Jahr wieder einen Schulschach-Cup für die Wettkampfklassen II bis IV und Grundschulen. Er findet in Senden bei Münster am 01.Dezember statt. Teilnehmen können Vierermannschaften aller Schulen. Gespielt werden 7 Runden Schweizer System.

Neben dem Turnier wird ein attraktives Rahmenprogramm geboten mit Sport- und Spielmöglichkeiten, einer Schachrallye, Schachvarianten, Simultan und Blindsimultan und anderen Mitmachangeboten. Mit diesem Angebot sollen vor allem die Schacheinsteiger der Schulen einen erlebnisreichen Tag erleben und ein Schachturnier als eine abwechslungsreiche Veranstaltung in Erinnerung behalten.

(Info Frank Richter)


Noch mehr Service bei www.dsj.de

Die Serviceangebote der Internet-Site der Deutschen Sportjugend www.dsj.de werden weiter ausgebaut.

Seit Jahresbeginn können die User ihre Meinung zu verschiedensten Themen im Forum abgeben. Sie können sich auch über das Netz zu einzelnen Veranstaltungen, wie z.B. zu der Konferenz Soziale Talente im Sport oder zum Seminar "Grenzenloser Sport" anmelden.

Die Antragsformulare zu verschiedenen Maßnahmen der Jugendarbeit national, die nach dem Kinder- und Jugendplan des Bundes gefördert werden, gibt es jetzt als Download in der Rubrik Vereins- und Verbandsberatung. Damit werden die Wege nicht nur kürzer, sondern auch schneller und unkomplizierter. Die Deutsche Sportjugend macht damit einen weiteren Schritt in Richtung Serviceorientierung und Kundenfreundlichkeit.

(Gisela Nüssler, Deutsche Sportjugend)


Impressum DSJ-FORUM

Herausgeber: Deutsche Schachjugend
www.Deutsche-Schachjugend.de
Verlag: JugendSchachVerlag, Partner der Deutschen Schachjugend
Redaktionsanschrift: Geschäftsstelle Deutsche Schachjugend, Jörg Schulz, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.

Das DSJ-FORUM ist das Informationsblatt der Deutschen Schachjugend. Es erscheint 10 mal im Jahr als Beilage der Zeitung JUGENDSCHACH.
DSJ-FORUM wird gefördert aus Bundesmitteln des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 18.11.2001