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Chessy

Nachwuchserfolge

Europäische Mannschaftsmeisterschaft U18 in Ungarn
für Jungen und Mädchen

sowie

Her mit den kleinen Engländerinnen
vom 07. bis 10. Juli 2000 in London

* * *

Europamannschaftsmeisterschaft der Jungen

Deutschland Vizeeuropameister

Erstmals wurde in Ungarn die europäische Mannschaftsmeisterschaft U18 ausgetragen und endete gleich mit einem großen Erfolg für die deutsche Auswahl. Hinter der Ukraine konnte ein hervorragender zweiter Platz belegt werden.

Die Teilnahme bei der ersten Austragung ließ etwas zu wünschen, irgendwo ist dies für alle natürlich auch eine Kostenfrage. Dafür waren viele starke osteuropäische Jugendmannschaften vertreten, wodurch das gute Abschneiden der deutschen Mannschaft noch mehr an Bedeutung gewinnt.

Europameisterschaft U18 männlich

 1. Ukraine       21,5
 2. Deutschland   16,0
 3. Rumänien      15,5
 4. Jugoslawien   14,5
 5. Slowenien     14,5  7 MP
 6. Ungarn I      13,5
 7. Slowakei      13,0
 8. Island        12,5
 9. Schweiz       11,5
10. Ungarn II     11,5
11. Kroatien      10,0

Die Ukraine war allen hoch überlegen. Durchweg mit Spielern mit Elozahlen über 2400 angetreten, konnte ihnen keiner Paroli bieten. Auch Deutschland verlor 0:4 gegen sie. Die anderen spielten also ein Turnier für sich und dort zeigte sich unsere Mannschaft ebenbürtig und mit einer guten harmonischen Mannschaftsleistung konnte der zweite Platz erobert werden.

Besonders viele Punkte fuhr dabei Florian Grafl ein, der mit 5,5 Punkten aus 6 Partien zu den besten Spielern gehörte. Die Ergebnisse:

Ferenc Langheinrich  3,5/6
Andreas Schenk       2,0/6
Stefan Bromberger    2,5/5
Florian Grafl        5,5/6
Christian Seel       2,5/5

Ein erster großer Erfolg für den neuen Bundesnachwuchstrainer Michael Bezold, der vor Ort die Betreuung übernommen hatte!

 

Europamannschaftsmeisterschaft der Mädchen

Die Mädchenauswahl konnte leider nicht an die Ergebnisse der Jungen anknüpfen. Obgleich auch hier eine Spielerin herausragte, reichte es nur zu einem Mittelfeldplatz. Die Ergebnisse der Mädchen:
Elisabeth Pähtz      4,0/5
Tina Mietzner        3,0/5
Sabine Schlander     0,5/4

Gerade Sabine musste bei ihrem ersten großen internnationalem Auftritt für Deutschland noch Lehrgeld zahlen, was sie aber nicht umhauen wird. Betreut wurde die Mannschaft von Michael Willim.

Europameisterschaft U18 weiblich

 1. Ukraine        10,0
 2. Ungarn I        9,5
 3. Moldawien       9,0
 4. Slowakei        8,5
 5. Ungarn II       7,5  8 MP
 6. Deutschland	    7,5  8 MP
 7. Rumänien        7,5  8 MP
 8. Jugoslawien II  7,0  6 MP
 9. Slowenien       7,0  6 MP
10. Jugoslawien I   5,0
11. Island          3,0
12. Kroatien        2,5

Gespielt wurde übrigens nach dem Olympiamodus, zu erst zählen also die Brettpunkte und dann erst die Mannschaftspunkte.

(Jörg Schulz)

 

Her mit den kleinen Engländerinnen

hieß es vor genau einem Jahr beim Dresdner Schachfestival, als eine Mädchenauswahl aus England die Insel verließ und sich auf das Festland traute. Sie verbrachten schöne Tage in Dresden, wurden allerdings mit einer empfindlichen Niederlage zurück auf ihre Insel geschickt.

Das sollte so natürlich nicht stehen bleiben, weshalb Peter Gross, einer der Eltern, die den Vergleich in die Wege geleitet hatten, sofort eine Rückeinladung aussprach und Revanche verlangte. Na gut, dachten wir uns, die könnt ihr haben und schlugen ein.

Vom 07.-10. Juli machten sich also acht junge Mädchen auf den Weg nach London, um auch auf der Insel zu zeigen, wer hier wem Revanche gibt.

Beim ersten Vergleich wurde ebenfalls mit acht Mädchen gespielt, diese wurden in zwei Vierergruppen geteilt, die dann jeweils ein Scheveninger Turnier (jeder gegen jeden) spielten. So kam jeder auf vier Partien an zwei Tagen. Dieses System übernahmen die Engländer, die sich sehr viel Mühe mit der Ausrichtung gaben und gute Gastgeber waren. Gespielt wurde in einer Halle der berühmten Docklands und gewohnt in einem Ibis-Hotel. Die vier Partien mussten mit einer Bedenkzeit von 60 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug bewältigt werden.

Beim Vergleich in Dresden hatten die Engländerinnen eine gute Ausrede für ihr Abschneiden, gegen die wir auch nichts einwenden konnten. Sie klagten nämlich darüber, dass unsere Auswahl im Schnitt um mindestens ein Jahr älter war. Diesmal machte sich deshalb Talentspäher Heinz Rätsch bei der DEM in Überlingen gerade bei der U12 und U10 auf die Suche nach neuen Gesichtern und wurde so gut fündig, dass wir diesmal bei der Revanche die jüngere Mannschaft stellten.

In Überlingen verpflichtet wurden Judith Fuchs (U10), Melanie Ohme (U10), Annett Hoffmann (U12), und Anne Reiske (U12). Diese vier bildeten eine Gruppe und hatten ihren ersten internationalen Einsatz für Deutschland zu bestehen. Sarah Bretthauer war die Neue bei den älteren Vier, die ergänzt wurden durch Franziska Beltz, Maria Schöne und Sandra Krege (alle U14), die alle schon vor einem Jahr dabei waren.

Unsere U14-Truppe begann mit einem 2,5:1,5 Sieg, um dann mit einer 1:3 Niederlage in Rückstand zu geraten. Dem schloss sich ein 2:2 und eine weitere Niederlage mit 1,5:2,5 an. Die meisten Punkte zu dieser 7:9 Niederlage steuerte Maria Schöne mit 2,5 Punkten bei.

Franziska Beltz  1  0  0  ½  1,5
Sarah Brethauer  ½  0  ½  0  1,0
Sandra Krege     0  1  1  0  2,0
Maria Schöne     1  0  ½  1  2,5

Und wie schlugen sich die Youngster? Sie begannen mit zwei Siegen mit jeweils 2,5:1,5 Punkten, denen zwei Unentschieden folgten. Die herausragende Spielerin war Annett Hofmann, die frisch gebackene Deutsche Meisterin U12 mit tollen Einhundert Prozent.

Judith Fuchs     0  1  ½  0  1,5
Annett Hofmann   1  1  1  1  4,0
Melanie Ohme     1  ½  ½  1  3,0
Anne Reiske      ½  0  0  0  0,5

Mit ihrem 9:7 Sieg glichen die Newcomer die Niederlage der Alten aus und retteten das Unentschieden im Gesamtvergleich. Mit 16:16 endete - nach Aussage der beiden Trainer Heinz Rätsch und Hendrik Hofmann - der zweite Vergleich zwischen England und Deutschland mit einem gerechten Ergebnis. Die Revanche konnte verhindert werden, ein erneuter Sieg gelang jedoch nicht.

(Jörg Schulz)

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 25.11.2001