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Chessy


125 Jahre Deutscher Schachbund

Festakt zum 125-jährigen Jubiläum des Deutschen Schachbundes (DSB)
am 11. Mai 2002 im neuen Rathaus zu Leipzig

Ein Festakt zu einem Jubiläum ist immer eine heikle Angelegenheit - macht man es feierlich, schaut man zurück, wie präsentiert man sich?

Die Prominez

Der DSB entschied sich zur Freude der gut 260 Teilnehmer für die moderne Variante:

Chessy Er schaute zurück und nach vorn, auf eine humorvolle Art und Weise: mit dem Prolog "Chessy und der Deutsche Schachbund" der Deutschen Schachjugend (DSJ), und zum Ende durch einen Festvortrag des Kabarettisten Matthias Deutschmann.

Die Schachjugend stellte sich dem Auftrag, einiges zur Zukunft des Schachbundes zu sagen. In einem Brainstorming unter tatkräftiger Mithilfe des DSJ-Maskottchens Chessy forderte man den DSB auf, weniger zu verwalten, dafür mehr Schach in den Mittelpunkt zu stellen und Schach zu fördern. Nicht der Funktionär darf künftig im Mittelpunkt stehen, sondern die Wünsche und Interessen der Mitglieder und aller Schachliebhaber müssen viel stärker berücksichtigt werden.

Applaus Das wird nicht einfach sein, vor allem für die Landesverbände, aber es muss sein, will der DSB eine Zukunft haben. Alle Themen sind zu behandeln, und zwar möglichst gleichberechtigt, sowohl Breitensport als auch Leistungssport. Der Öffentlichkeitsarbeit ist mehr Raum und Professionalität zu geben. Auch hier darf der Funktionär nicht im Mittelpunkt stehen, sondern vielmehr das Verkaufen von Schach.

Schily Die Schachjugend überreichte dem Präsidenten Alfred Schlya ein Arbeitspapier mit ihren Vorstellungen und Wünschen.

Der Auftritt der Deutschen Schachjugend wurde mit sehr viel Szenenapplaus und einem lang anhaltenden Schlussapplaus (siehe Foto rechts und ein Video) bedacht.

Die danach auftretenden Redner wie Otto Schily (Foto links), Bundesminister des Innern, und vor allem Dr. Hans-Georg Moldenhauer, Vizepräsident des Deutschen Sportbundes, gingen direkt auf die Aussagen der DSJ ein.

Karpov Dr. Moldenhauer zeigte sich begeistert von der kritischen Analyse und bekannte sich dazu, dieses auch vom Deutschen Sportbund und dem Deutschen Fußballbund, wo er ebenfalls im Präsidium sitzt, zu verlangen. Zudem bekannte er sich sehr deutlich zur Aussage, dass Schach Sport ist.

Kein Redner zweifelte daran, dass Schach fest zur Sportfamilie gehört.

Milbradt Insgesamt beeindruckte der Festakt im Leipziger Rathaus, wozu auch die übrigen Redner das ihre beitrugen: Präsident Alfred Schlya, Professor Dr. Georg Milbradt (Foto links), neuer Ministerpräsident von Sachsen, Holger Tschense, Bürgermeister der Stadt Leipzig, Boris Kutin als Vertreter des Weltschachbundes (FIDE) und Präsident der Europäischen Schachunion (ECU) sowie der frühere Weltmeister Anatoli Karpov (Foto rechts).

Im abschließenden Festvortrag setzte sich Kabarettist Matthias Deutschmann (Foto rechts unten) kritisch mit der Situation des Weltschachs und des deutschen Schachs auseinander.

Sehr interessant waren seine Ausführungen zu den gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrhunderte und den dazu gehörenden Schachstilentwicklungen. Es bleibt zu hoffen, dass der Öffentlichkeitsreferent des DSB diese Rede der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Deutschmann Umrahmt wurden die Beiträge durch ein buntes Musikprogramm des Jugendorchesters (Foto links unten) der Musikschule Leipzig "Johann Sebastian Bach" unter Leitung von Ulrich Schliephake.

Besonders hervorzuheben ist, dass Ernst Bedau den gesamten Festakt ausgezeichnet moderierte.

Jugendorchester Bekanntlich bewirbt sich Leipzig um die Ausrichtung der Olympischen Spiele im Jahre 2012. Aus diesem Grund erhielten alle Teilnehmer am Festakt eine Medaille aus Meissener Porzellan mit der Aufschrift "Olympia in Sachsen - Die Chance für Deutschland" als kleines Gastgeschenk überreicht.

Wenn der Deutsche Schachbund diesen Festakt zum 125-jährigen Jubiläum als Grundlage seiner künftigen Arbeit nimmt, dann muss einem nicht bange werden in Bezug auf seine Zukunft. Doch Zweifel sind angebracht, denn unmittelbar dem Festakt voraus ging ein Kongress über die Bühne, wo ziemlich kontrovers debattiert wurde, nicht unbedingt zukunftsorientiert. Man wird sehen, wohin der Weg geht. Vielleicht werden die Vorschläge der Schachjugend ja aufgegriffen?

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 17.05.2002