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Chessy

Arbeitsergebnisse der Zukunftswerkstatt Schulschach

Vom 16. bis 18. Mai 2003 fand in Hannover eine Arbeitstagung zum Thema "Zukunftswerkstatt Schulschach" statt. Jörg Schulz erstellte hierzu ein ausführliches Protokoll, das viele interessante Gedanken und Ideen enthält.

1) Ideenbörse:

Die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt berichten aus ihrer Region und skizzieren dabei die jeweilige Schulschachsituation. Aus den verschiedenen Beiträgen lassen sich folgende Ideen festhalten:

An den Schulen lässt sich ein Schachangebot aufbauen, für das die Eltern bereit sind einen leistungsbezogenen Beitrag zu bezahlen. Beispiele hierfür sind die Stadt Dortmund, dort leben drei Schachtrainer von Angeboten im Schulschachbereich. So trainiert Bobby Soraby an verschiedenen Schulen in Dortmund 300 Schüler pro Monat. Sie erhalten Trainingsmaterial und einen festgelegten Lehrgang. Ähnliche Strukturen konnten in Trier aufgebaut werden. Dort arbeiten ebenfalls drei Trainer an Schulen in Kooperationen mit Volkshochschulen bzw. dem Bildungswerk des Sportbundes. Die Eltern müssen 50 Euro für einen Halbjahres-Lehrgang bezahlen. In der Stadt Jena konnte ebenfalls eine funktionierende Schachschule aufgebaut werden. Auch dort werden gegen Bezahlung pro Monat mehrere 100 Schüler trainiert und betreut. In Greifswald baut Guido Springer ebenfalls eine Schachschule auf. Ähnliches wird in Hannover durch einen selbständigen Schachtrainer versucht. Bei diesen Schachschulen handelt es sich nicht unbedingt um Initiativen des Leistungssportes, vielmehr wird versucht, einer breiten Basis an den Schulen Schach beizubringen und das Interesse am Schach zu wecken. Dafür werden komplette Lehrgänge und eine gute Betreuung den Schülern geboten. Einher geht dies oft mit Schulmeisterschaften in den jeweiligen Schulen als freies Angebot.

Mit Schach lässt sich das Bildungsangebot der Schulen erweitern und die Fertigkeiten der Schüler im Unterricht weiter entwickeln. So ergab eine New Yorker Studie mit 16.000 Schülern, dass die Schüler, die einen Schachkurs besuchten, lernten genauer hinzusehen, was sich auf die Fähigkeiten in der Rechtschreibung positiv auswirkte. In Trier an einem Schulzentrum mit 1.500 Schülern wurde Schach gezielt eingesetzt, um den Schülern mit Schach das Denken besser zu vermitteln. Wichtig ist, dass nicht auswendig gelernt wird, sondern dass das Denken geschult wird, das strukturierte Denken, das räumliche Denken. An diesem Schulzentrum haben deswegen alle 6. Klassen Schachunterricht bekommen. Aus diesen Erfahrungen heraus wurde in Rheinland-Pfalz über das Kultusministerium erreicht, dass Schach als Angebot an den Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz etabliert wurde. Dieses Angebot wird durch die Schulschachstiftung über die Ausbildung zum Schulschachpatent vorbereitet.

Unterschiedlich in den verschiedenen Regionen ist, wer Schach an der Schule anbietet. Die meisten Initiativen sind zu beobachten in den kleineren Gemeinden und in den ländlichen Gebieten. Hingegen ist in den städtischen Ballungsgebieten zu beobachten, dass dort das Schachangebot weniger ausgeprägt ist. In den neuen Bundesländern wird Schach verstärkt durch die Lehrer an den Schulen angeboten, was teilweise damit zusammenhängt, dass an den Schulen ein Lehrerüberhang besteht, weshalb Außenstehende keinen Zugang zu den Schulen haben. In Sachsen wurde das Schulangebot verstärkt durch ABM-Stellen aufgebaut, diese werden jetzt aber von staatlicher Seite zurückgenommen. In westlichen Ländern wie z. B. in Hessen wird jedoch das Schachangebot an Schulen verstärkt über die Vereine betrieben. Dort sind kaum Lehrer aktiv. Schach wird dort über Projekttage an Grundschulen und in einzelnen Schulen sogar gezielt im Wahlpflichtbereich angeboten. Aus anderen Regionen wird wiederum berichtet, dass die Vereine wenig Interesse an Schulschach zeigen bzw. nicht in der Lage sind, Schach an den Schulen anzubieten.

Festgestellt wird auch, dass besonders die Grundschulen geeignet sind, Schach den Schülern nahe zubringen. Da, wo Schach in Grundschulen angeboten wird, sind größere Aktivitäten im Schulschach festzustellen.

Unterschiedlich ist die Förderung in den einzelnen Ländern für das Schulschach. So wird z. B. in Brandenburg das Schulschach angebunden an die Begabtenförderung des Kultusministeriums. In anderen Ländern ist Schulschach Bestandteil von Jugend trainiert für Olympia. In Hamburg gibt es hingegen einen offiziellen Ausschuss Schulschach der Schulbehörde und ist damit ein offizielles Sportangebot der Schulbehörde. Aus Thüringen wird berichtet, dass das Kultusministerium das Schulschach sogar mit größeren Finanzmitteln für den Kauf von Schachmaterialien und für Fahrtkosten bei Schulschachmeisterschaften ausstattet.

In den verschiedenen Bereichen haben sich unterschiedliche Wettkampfangebote etabliert. So wird z. B. in Ströbeck (Sachsen-Anhalt) ein besonderes Mannschaftsturnier angeboten, in dem die Ergebnisse der Besten gestrichen werden, um der Breite mehr Bedeutung zu geben. In Nordrhein-Westfalen spielt der Schulschachcup mit ca. 1.200 teilnehmenden Schülern eine große Bedeutung. In Hamburg ist ein Jahreshöhepunkt das traditionelle Turnier Rechtes gegen Linkes Alsterufer, an dem viele Schulen teilnehmen, die sonst keinen Zugang zum Schulschach haben. In Thüringen ist eine Duo-Meisterschaft im Schulbereich eingeführt worden, das ist ein Turnier, mit einer Mannschaftsgröße von zwei Schülern. Dadurch wird vielen Schulen eine Teilnahme ermöglicht. In anderen Ländern wie in Brandenburg werden mindestens zwei offizielle Schulmeisterschaften angeboten. Zum einen der Pokal, zum andern die Mannschaftsmeisterschaft.

Unterschiedlich ist die Teilhabe vom Schulschach an den Landesprogrammen Schule- Verein. Wurde in Rheinland-Pfalz Schach gerade aus diesen Programmen gestrichen mit der Begründung, dass Schach kein echter Schulsport ist, so wird in Schleswig-Holstein Schach wie die anderen Sportarten behandelt und finanziell gut ausgestattet.

In Hamburg wird seit Jahrzehnten versucht, das Schulschach in die Verbandsarbeit zu integrieren und gleichberechtigt auf die Stufe mit dem Vereinsschach zu stellen. Jeder aktive Jugendverein ist auch aktiv im Schulbereich, oftmals sind die Mannschaften identisch, die Schulen können auch mit Mannschaften an den Vereinswettbewerben teilnehmen, die Schulen haben Stimmrecht auf der Jahreshauptversammlung des Hamburger Schachjugendbundes.

Aus der Ideenbörse lassen sich folgende fünf Punkte besonders herausarbeiten:

  1. Schulschach ist Breitensport
  2. Schulschach läuft überall da gut, wo sich Leute besonders engagieren
  3. Schach läuft besonders gut an Grundschulen
  4. Schach läuft gut in ländlichen Gebieten und kleine Gemeinden
  5. Schach darf Geld kosten

Es ist wichtig, im Schulschach nicht zu sehr den Sport in den Vordergrund zu stellen. Vielmehr sind unterschiedliche Aspekte und Seiten des Schachsportes neben dem Sport in den Vordergrund zu stellen: Schach ist Sport/Wettkampf; Schach ist Bildung, Schach ist Kultur, Schach ist persönlichkeitsbildend, Schach bedeutet aktives Denken lernen, Schach ist Spiel.

2) Zieldiskussion:

Schach als Angebot:
Wem gegenüber, durch wen?
Verein, Schule, Eltern, Schüler, Öffentlichkeit

Im folgenden werden einige Stichpunkte aus der Diskussion festgehalten.

Schüler:
Spaß am Wettkampf/Spiel
Gemeinschaft erleben
Aha-Effekt
Erfolgserlebnisse

Verein:
Interesse für Schach wecken
Talentsichtung
Mitgliederwerbung
Verbreitung
Integration
Schach in den regulären Unterricht
Basis für Leistungssport

Eltern:
Sinnvolle Freizeitgestaltung
Zielstrebigkeit
Spiel statt Monstershow
Sich selbst erkennen

Schule:
Schach als Teil der Kultur
Spiel als Bildung
Lernen des strukturellen Denkens
Entscheidungsfindung

Öffentlichkeit:
Schach als Kultur
Schach ist meinungsbildend

Schulschach:
Teil der Sozialisation
Alle Schüler sollen Schach lernen

Aus diesen Stichworten, Ideen wird ein Erfolgsrezept Schulschach entwickelt (siehe Anlage).

3) Modelle für das Schulschach in der Zukunft:

Arbeitsgruppe I
  1. Einführung Schach in Kindergärten
  2. 2 x 45 Minuten Schachunterricht an Grundschulen
  3. Wahlpflichtangebote für Schach in weiterführenden Schulen
  4. Schach in Lehrpläne einbauen z. B. in Geschichte, Deutsch, Werken, usw.
  5. Schach als Unterrichtsfach an allen Sportschulen
  6. Schach als fester Bestandteil der Pädagogikausbildung (Lehrer)
  7. Freiluftschachbretter auf Schulhöfen, ausreichend Schachbretter in Schulen!
  8. Regelmäßige Wettkampfangebote in Schulen und Schulbezirken
  9. Sommer-, Trainingslager für Schach durch Schulen organisieren
  10. Schachecke in jeder Schülerzeitung
  11. Durchführung von Spartakiaden für Schach (Schule, Stadt, Kreis, Bundesland, Deutschland)
  12. Rahmenveranstaltungen bei Schulschachmeisterschaften (Bund und Länder), Eventcharakter (Prominenz)
  13. Bonus bei Schulschachmeisterschaften, d. h. z. B. Bedenkzeitunterschiede zwischen Vereins- und Nicht-Vereinsspieler (Land und Bund)
  14. Schaffung eines Unterschiedes zwischen Schulschach- und Vereinsmeisterschaften
  15. Online-Schulschach (mit Wettkampf)

Arbeitsgruppe II

Schulschach 3010

Auswirkungen 3010

Arbeitsgruppe III

Wünsche der Schule

Wünsche Vereine

Wünsche Öffentlichkeitsarbeit

Wünsche Eltern

Wünsche Schüler

Schachmobil als Zukunftsidee:

Christian Goldschmidt stellt eine Idee vor, die in Dortmund verwirklicht werden soll. Dort gibt es das Ziel, über ein Jahr an möglichst allen Schulen in Dortmund Schulmeisterschaften durchzuführen. Diese Schulmeisterschaften enden in einem Finale. Die Frage stellt sich, warum sollen Schulen eine Schulschachmeisterschaft durchführen? Die Antwort lautet: Weil man es ihnen organisiert. Dafür soll ein mobiles Einsatzkommando geschaffen werden, das das Schachmaterial bereit hält und das Know-how für die Durchführung der Schulschachmeisterschaften einbringt. Dieses ist nicht mehr ehrenamtlich zu leisten, weshalb angedacht ist, dieses Einsatzkommando über Stellen des freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) zu besetzen. Dafür sind pro Stelle 250 Euro im Monat bei 38 Std. Arbeitszeit von Nöten. Diese 250 Euro pro Stelle sind jedoch nur über einen Träger zu finanzieren. Gewonnen werden müssten für dieses Projekt Medienpartner, lokale Sponsoren.

Hauptprobleme dieser Idee sind: man weckt großes Interesse in den Schulen, kann jedoch dieses Interesse von den ordentlichen Vereinen aufgefangen werden? Sind die Grundkenntnisse bei den Schülern für eine jeweilige Schulschachmeisterschaft an den Schulen ausreichend vorhanden?

In diesem Zusammenhang wird auch die Idee diskutiert, eine Schulschachliga für Anfänger zu organisieren, an der nur Schüler teilnehmen, die noch nicht in einem Verein spielen. Dass eine große Breite im Schulbereich über solche Konzepte zu gewinnen ist, zeigt ein kommerzielles Modell aus England, wo flächendeckend mit über 66.000 Teilnehmern ein siebenrundiges Turnier im Schweizer System gespielt wird.

4) Internetportal für Schulschach:

In Nordrhein-Westfalen gibt es für den Schulschachbereich eine eigene Internetadresse mit dem Namen www.schach-macht-Schule.de. Auf der Bundesebene gibt es die informativen und sehr gut aufbereiteten Seiten der Deutschen Schulschachstiftung sowie die Seiten der Deutschen Schachjugend. Es ist jedoch für die Verbreitung und den Informationsaustausch im Schulschachbereich wichtig, dass der Schulschachteil auf den Internetseiten der Deutschen Schachjugend ausgeweitet wird. Folgende inhaltliche Themenschwerpunkte sollten durch eine Internetseite für den Schulschachbereich abgedeckt sein:

Als Termin für den Start einer besseren Internetpräsentation des Komplexes Schulschach wird der August 2003 angepeilt.

Um einen Internetstart zu ermöglichen, ist eine Prioritätensetzung von Nöten. Zuerst sollen folgende Punkte aus der Themenliste verwirklicht werden: Ergebnisse der Meisterschaften, Adressen, Ausschreibungen, Informationen zum Schulschachpatent, Terminlisten.

Angestrebt werden soll ein eigener Name für den Schulschachauftritt: www.deutsches-schulschach.de

5) Deutsche Schulschachstiftung:

Kurt Lellinger informiert über die Arbeit der Deutschen Schulschachstiftung. Hauptschwerpunkt derzeit ist die Ausbildung für das Schulschachpatent, das bisher eine große Wirkung an den Schulen ausstrahlt. Die Schulen sehen anhand des Patentes, dass eine bundesweite Organisation eine offizielle Ausbildung durchgeführt hat und damit die Lehrer, Schüler oder Vereinsvertreter über eine Qualifikation für die Arbeit an Schulen verfügen. Mit dem Schulschachpatent ist es in Rheinland-Pfalz gelungen, dass die Schulschachstiftung als außerschulischer Kooperationspartner durch das Kultusministerium in Rheinland-Pfalz anerkannt wurde. An 25 % der in Rheinland-Pfalz eingeführten Ganztagsschulen gibt es unterdessen ein Schachangebot. Bundesweit sollen ca. 10.000 Ganztagsschulen eingeführt werden. Da mit den Lehrkräften ein Ganztagsangebot nicht gewährleistet werden kann, suchen die Kultusministerien Partner im außerschulischen Bereich für ihr Lehrangebot. Dies ist die Chance für den Schachsport.

Das Ziel der Deutschen Schulschachstiftung und der Deutschen Schachjugend muss daher sein, über Seminare Multiplikatoren auszubilden, die dann in den Landesschachjugenden Lehrgänge zum Erwerb des Schulschachpatents durchführen. Es soll möglichst pro Land mindestens ein Hauptverantwortlicher ausgebildet sein, der wiederum die Qualifikation besitzt, Schulschachpatentlehrgänge durchzuführen.

Alle beteiligten Landesschachjugenden wollen sich an dieser Multiplikatorenschulung beteiligen. Der erste Multiplikatorenlehrgang soll in Thüringen am ersten Juliwochenende 5./6.07.2003 in Finsterbergen stattfinden. Ein weiterer Lehrgang ist für den August bzw. September geplant.

Beim Schulschachpatent liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung des dynamischen Schachs. Dies bedeutet, das systematische, prinzipielle Denken und das richtige Sehen, das räumliche Erfassen im Schachsport soll im Vordergrund stehen. Es geht nicht um das Auswendiglernen beim Schach, sondern um das eigenständige Denken. Bei der Ausbildung für das Schulschachpatent werden hauptsächlich Lehrgangsmaterialien aus dem Saarland (Herbert Bastian) und aus Nordrhein-Westfalen (Christian Goldschmidt) verwandt.

6) Schulschachwettbewerbe:

Der Vorstand der Deutschen Schachjugend inklusive des neugewählten Schulschachreferenten ist mit der derzeitigen Situation der Deutschen Schulschachwettbewerbe nicht zufrieden, da sich in den letzten Jahren die Deutschen Schulschachmeisterschaften zu sehr zu einer zweiten Vereinsmeisterschaft entwickelt haben. Die Grundidee des Vorstandes ist es, die Breite im Schulschach zurückzugewinnen und dies auch in den Wettbewerben zu verdeutlichen. Es gibt verschiedene Überlegungen, die Wettbewerbe zu reformieren. Dies könnte z. B. durch eine Vergrößerung der Mannschaften erfolgen, dies könnte auch erfolgen durch das Zusammenlegen verschiedener Wettkampfgruppen. Eine Reform der Deutschen Schulschachmeisterschaften bedarf jedoch noch einer umfangreicheren, intensiveren Diskussion, weswegen eine Veränderung 2004 noch nicht angestrebt wird.

Planungen für die Deutschen Schulschachmeisterschaften 2004:

Die Anwesenden sprechen sich dafür aus, dass die Titelverteidiger keinen Freiplatz für die kommende Meisterschaft erhalten sollen, da es im Schulschachbereich eine zu große Fluktuation gibt. Zusatzplätze sollen jedoch über den Schulschachreferenten der DSJ vergeben werden, er wird dabei die Breite der Schulschacharbeit im Auge haben und nicht so sehr die Stärke. Jedes Land erhält weiterhin einen Startplatz bei den DSM, im Grundschulbereich zwei Startplätze. Die Landesschachjugenden melden bis Ende März an den Schulschachreferenten der DSJ, ob sie ihren Startplatz wahrnehmen wollen. Des weiteren melden sie, ob sie Bedarf an Nachrückerplätzen haben. Die Mannschaftsmeldung muss bis Mitte April an den Schulschachreferenten der DSJ und den jeweiligen Ausrichter erfolgen. Die Meldezeiten sind unbedingt einzuhalten.

Die Anwesenden lehnen eine freie Mannschaftsaufstellung von Kampf zu Kampf bei den DSM ab. Festgehalten werden soll stattdessen an der Regelung in der Spielordnung, dass die Mannschaften nach der DWZ in den Wettkampfgruppen M, 2, 3 und 4 aufgestellt werden. Spieler ohne DWZ werden auf eine DWZ von 800 gesetzt. Es wird darauf hingewiesen, dass bei den einzelnen Ausrichtungen der DSM - Gruppen die Spielordnungsbestimmungen der DSJ angewendet werden müssen. Dies ist in der Vergangenheit nicht in allen Fällen passiert. Gewertet wird bei den DSM nach den Mannschaftspunkten und den Brettpunkten sowie der Buchholzzahl. Angeregt wird, bei der Grundschulmeisterschaft nach 1. den Brettpunkten und 2. den Mannschaftspunkten und 3. der Buchholzzahl zu werten. Es soll auch bei der Regelung bleiben, dass die Mannschaftsführer der jeweiligen Mannschaften aus dem Spielerkreis berufen werden, um die Betreuer aus dem Spielgeschehen fern zu halten.

Aus Schleswig-Holstein wird das Problem angesprochen, ob Ausnahmeregelungen für behinderte Schachspieler im Schulschachbereich möglich sind. Es gibt Fälle, dass Behinderte an ihrer Schule keine Schulschachmannschaften finden und daher an anderen Schulen an den Schachaktivitäten teilnehmen. Dies sollte durch Ausnahmeregelungen des DSJ-Schulschachreferenten ermöglicht werden.

Für 2004 werden die Meisterschaften an folgende Ausrichter (Landesschachjugenden) vergeben. Gespielt werden soll am zweiten Maiwochenende 2004 von Donnerstag bis Sonntag.

   WK IV:     Hessen
   WK II, M:  Thüringen (Finsterbergen)
   WK III:    Saarland? (muss noch geklärt werden)
   WK G:      Baden/Württemberg? (muss noch geklärt werden)

Für 2005 schlägt Roland Töpfer (Thüringen) vor, die Wettkampfklassen zentral in Templin zusammen auszurichten. Er hat ein Angebot vorliegen von 38 Euro pro Tag für Spieler und 43 Euro pro Tag für Betreuer. Die Anwesenden sprechen sich für eine zentrale Ausrichtung zu den vorgeschlagenen Bedingungen aus.

Der Fahrtkostenausgleich wurde von der DSJ in der bekannten Form gestrichen. Man einigt sich aber darauf, einen Betrag im Etat der DSJ für einen sozialen Ausgleich zur Verfügung zu stellen. Anträge sind an den Schulschachreferenten der DSJ zu richten.

7) Schulschachgruppen als Mitglieder des Verbandes:

Patrick Wiebe berichtet von Diskussionen im Deutschen Schachbund, eine vollkommen neue Beitragsstruktur aufzubauen. Der Beitrag soll sich nach den Angeboten des Verbandes für die jeweilige Mitgliedergruppierung richten. Aktive Mitglieder, die Leistungen vom Verband erhalten, zahlen einen höheren Beitrag als inaktive Mitglieder. Im Rahmen dieser Diskussion ist auch angedacht, Schulschachgruppen als besondere Mitgliedsgruppen im Deutschen Schachbund aufzunehmen und beitragsmäßig zu erfassen. Schon in der Vergangenheit sind Systeme in Berlin und Rheinland-Pfalz entwickelt worden, Schulschachgruppen als Mitglieder mit einem besonderen Beitrag und speziell auf sie zugeschnittenen Angeboten zu erfassen. Die Landesverbände Bayern und Thüringen zeigen Interesse daran, dieses Modell für ihren Bereich zu prüfen und eventuell zu übernehmen.

8) Internet-Meisterschaften:

Jörg Schulz informiert den Teilnehmerkreis über Ideen, Ende des Jahres eine Schulschach-Internetmeisterschaft der DSJ durchzuführen. Es soll ein Pokalwettbewerb durchgeführt werden mit Vierermannschaften. Die zugelosten Mannschaften spielen im Scheveninger System gegeneinander, um möglichst viele Partien zu ermöglichen. Dieser Wettbewerb wird auf der Schachplattform von ChessBase durchgeführt werden. Er soll unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz stehen.

9) Schulschach im DSB:

Der DSB hat seinen Arbeitsschwerpunkt für 2003 im Schulschachbereich. Daher wird die Deutsche Schachjugend beim Kongress des DSB in Cottbus eine Präsentation über die Schulschachaktivitäten in Deutschland zeigen mit dem Schwerpunkt Schulschachpatent, Schulschachstiftung und Ideen im Schulschachbereich. Es wird beschlossen, den DSB-Kongress in Cottbus eine Resolution zum Schulschach in Deutschland vorzulegen, um die Landesverbände zu motivieren, sich aktiv in den Schulschachbereich einzubringen.

Berlin, 20.06.2003
Protokollführer: Jörg Schulz

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