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Chessy

DSJ - FORUM
Ausgabe 1998 - 08


Vollversammlung der Deutschen Sportjugend

Norbert Petry führt die Deutsche Sportjugend ins Jahr 2000!

Auf der Vollversammlung der Deutschen Sportjugend in Münster vom 09.-11.10.98 stand die Wahlentscheidung an, durch wen die dsj ins nächste Jahrhundert geführt wird. Vor zwei Jahren in Freiburg kam es noch zur großen Wahlschlacht zwischen dem Kandidaten der Spitzenverbände und dem der Landessportjugenden. Äußerst knapp konnte sich damals Norbert Petry vom Deutschen Fußballbund durchsetzen. Diesmal gab es um seine Wiederwahl allerdings keine Diskussionen, zu beeindruckend war die Bilanz des Vorstandes gewesen.

Patrick Wiebe im Vorstand der dsj

Deshalb richtete sich das Augenmerk der Deutschen Schachjugend auch mehr auf den Kandidatenkampf um den Beisitzer unter 23 Jahren im dsj-Vorstand, denn um dieses Amt bewarb sich der Bundesjugendsprecher der Schachjugend Patrick Wiebe. Unerwartet sah er sich einem Gegenkandidaten des Fußballbundes ausgesetzt, doch mit viel Überzeugungskraft konnte er die Stichwahl gewinnen und trat als Kandidat aller Jugendsprecher auf der Vollversammlung an. Diese wählte ihn mit deutlicher Mehrheit in den Vorstand der dsj! Sein Abstimmungsergebnis war alles andere als knapp: Von 390 abgegebenen Stimmen fielen auf ihn 343 Ja-Stimmen!

Damit ist erstmals ein Mitglied der Deutschen Schachjugend im Vorstand der Deutschen Sportjugend, die immerhin die Interessensvertretung von 9 Millionen in Sportvereinen organisierten Kindern und Jugendlichen ist!

Wir wünschen ihm ein glückliches Händchen für seine Aufgaben und nehmen zwangsweise zur Kennntis, daß er für den Vorstand der Schachjugend auf der nächsten Jugendversammlung nicht mehr kandidieren wird.

Dr. Antje Vollmer: Visionen - Anfänge neuer Wirklichkeiten

Der eigentliche Höhepunkt der Vollversammlung der dsj war jedoch das Hauptreferat von Dr. Antje Vollmer, Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages von den Grünen, die über die Visionen der Deutschen Sportjugend sprach. Zurecht wurde sie nach ihrem Referat mit minutenlangem Applaus gefeiert.

Sie stellte folgende Forderungen an den Deutschen Jugendsport:

Brücken zu bauen in der täglichen Arbeit zwischen dem traditionellen Vereinssport und den Modetrends, ohne allerdings die traditionelle Vereinsarbeit mit all ihren positiven Seiten für die Kinder und Jugendlichen zu vernachlässigen.

Der Sport muß sich viel bewußter werden, welche wichtige Bezugsperson für die Kinder und Jugendlichen der Übungsleiter im Verein ist. Untersuchungen haben längst ergeben, daß die Bindungen an ihn oft größer sind als an Eltern und sehr viel größer als an die Lehrer. Gerade deshalb muß aber auch die pädagogische Ausbildung der Übungsleiter sehr viel stärker beachtet werden.

Dies gilt insbesondere auch für die Ausbildung bei uns im Schach!

Gefordert wird ein stark differenziertes Übungsangebot in den Sportarten, um besser auf die verschiedenen Lebensphasen und -stimmungen von Jugendlichen reagieren zu können. Die Angebote müssen zielgerichtet auf den Breitensport ausgelegt sein, im Vordergrund darf nicht so sehr das Festhalten der Jugendlichen um jeden Preis in den einzelnen Sportarten stehen.

Diese ist besonders zu beachten bei der Arbeit mit mit Mädchen!

Viel zu oft wird noch getrennt in der Jugendarbeit zwischen den Feldern Sport und Politik. Wer Sport treibt, hat mit Politik nichts zu tun und umgekehrt. Dies ist verkehrt und eine Denkhaltung, die unbedingt zu überwinden ist. Gerade durch seine sozialen Aspekte, durch die gesellschaftlichen Einflüsse, die auf den Sport einwirken, ist eine Koppelung nur natürlich und vollzieht sich fast automatisch.

Das Ehrenamt muß gestützt werden durch die Politik, sie muß bessere Rahmenbedingungen für das Ehrenamt schaffen. Gleichzeitig muß in der heutigen Gesellschaft vom Sport akzeptiert werden, daß Ehrenämter auf Zeit wahrgenommen werden und nicht mehr ein Leben lang, wie dies früher sehr oft der Fall war.

Die Eltern müssen unbedingt in die Arbeit des Vereines eingebunden werden, zum Beispiel durch Elternbeiräte. Durch die enge Bindung der Eltern an den Verein wird eine Brücke geschlagen zwischen dem Leistungssport und der Pädagogik, es wird verstärkt Verständnis geschaffen auf beiden Seiten.

Im Sport muß verstärkt und mit Strenge gegen Gewalt angegangen werden. Schon im Verein muß mit aller Konsequenz das Einhalten von Regeln im Sport geübt und durchgesetzt werden. Jugendliche wollen und brauchen Regeln, daher darf keine Toleranz gegenüber Regelverstößen geübt werden.

Derzeit läßt sich eine erschreckende Tendenz in vielen Städten erkennen: Die Renationalisierung der Jugend. Es entstehen in vielen Orten in den Vierteln und Vereinen unterschiedliche Jugendnationalmannschaften gekoppelt mit Ab- und Ausgrenzung der anderen. Hiergegen muß der Sport mit neuen Ideen und Konzepten vorgehen, um diesen Trend zu stoppen und umzukehren!

Dr. Antje Vollmer schloß ihren Vortrag mit einem Beispiel aus der Gewaltstadt Medellin in Kolumbien, in der ein deutscher Sportlehrer über den Sport mit besonderen Regeln versucht hat, daß sich die Jugend im Wettstreit mißt und miteinander durch gegenseitige Hilfe versucht, erfolgreich zu sein. Der Sportlehrer hat Fußballwettkämpfe austragen lassen mit Mannschaften, die aus Mädchen und Jungen bestehen mußten, und mit Regeln, die vorsahen, daß das erste zählbare Tor von einem Mädchen geschossen werden muß. Damit werden die Schwachen der Gesellschaft gestützt, die Starken müssen sich zurücknehmen und gleichzeitig den Schwachen helfen. Das System hat funktioniert und mit ihm konnte die Jugendkriminalität bekämpft werden.

Beispiele dieser Art gibt es auch in Deutschland. In Hamburg zum Beispiel hat ein Einkaufszentrum statt der schwarzen Sheriffs , die mit Verboten „ihr Reich“ sauber halten wollen, einen Sicherheitsbeamten angestellt, der straffällig werdenden Jugendlichen über Sportangebote und sozialer Arbeit Alternativen anbietet und diese dadurch für andere Verhaltensmuster motivieren kann.

Der Sport hat über seine Angebote viele Möglichkeiten, Einfluß zu nehmen. Vor Ort macht dies der Übungsleiter, nur er muß auf diese Aufgabe vorbereitet werden - siehe eine der Forderungen von Antje Vollmer an den Sport.

(JS)

Bundesjugendsprecherin auf DSJ - Ebene!

Die Deutsche Sportjugend hat auf ihrer Vollversammlung in Münster zwei Offensiven gestartet, eine soziale Offensive und die Offensive „das soziale Talent“. Hinter dem Begriff „soziales Talent“ verbirgt sich das Konzept, Jugendliche für ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen. Es gilt, neben dem sportlichen Talent das soziale Talent zu fördern. Die dsj hat unter der Führung der Bayerischen Sportjugend sehr interessante Ideen erarbeitet, wie man Jugendliche für die Übernahme von Leitungaufgaben im Sport gewinnen kann, welche Rahmenbedingungen auch durch den Sport dafür zu schaffen sind.

Unabdingbar ist es, den Jugendlichen die Möglichkeiten zu schaffen, Entscheidungen treffen zu dürfen, ihnen müssen Einflußmöglichkeiten geschaffen werden und sie benötigen unbedingt die Unterstützung der erwachsenen Funktionsträger.

Gleichzeitig muß darauf geachtet werden, daß man Jugendliche in Leitungsaufgaben nicht alleine lassen darf. Und zwar nicht nur alleingelassen durch die Erwachsenen, sie sollten auch grundsätzlich nicht alleine Aufgaben übernehmen, sondern diese möglichst im Team übertragen bekommen.

Die Jugendsprecher der Deutschen Schachjugend erarbeiteten auch aus diesem Grund auf ihrem letzten Jugendsprecherlehrgang im September in Leipzig Argumente für die Einführung einer Bundesjugendsprecherin neben dem Bundesjugendsprecher für die Ebenen der Deutschen Schachjugend und der Landesschachjugenden.

Für die Einführung führen sie folgende Pro - Argumente an:

Kandidaten für die Übernahme dieser Leitungsaufgabe stehen übrigens zur Verfügung, falls sich die Organisation zur Einführung einer Bundesjugendsprecherin durchringen kann, denn den Jugendsprechern war auf ihrem Lehrgang auch klar, daß es Gegenargumente geben wird, geboren aus der Tradition und aus Machtbedenken.

Diese Contra - Argumente könnten sein:

(JS nach Materialien vom Jugendsprecherlehrgang der DSJ)

Was macht ein Jugendsprecher?

Eine oft gestellte Frage, auf die die Deutsche Schachjugend in Kürze Antworten geben wird.

Aus den Jugendsprecherlehrgängen der DSJ heraus, hat sich eine Redaktionsgruppe gebildet, die eine Broschüre über die Jugendsprecherarbeit bis Ende 98 erarbeitet. Die Gruppe besteht aus dem Bundesjugendsprecher Patrick Wiebe, den Jugendsprechern Kevin Ewe, Christian Warnike und Jan Pohl. Mit der Broschüre soll den Jugendlichen auf allen Ebenen der Einstieg in die Jugendsprecherarbeit erleichtert werden, sie werden mit allen nötigen Informationen versorgt. Aber auch ältere Funktionäre sollen einen Überblick über die Möglichkeiten der Jugendsprecherarbeit erhalten.

Folgende inhaltliche Schwerpunkte wir die Broschüre erhalten:

Mit der Broschüre hat sich die Redaktionsgruppe ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Wer weitere Ideen dafür hat und die Gruppe mit Texten unterstützen möchte, wende sich an den Bundesjugendsprecher Patrick Wiebe, Ostlandstraße 34, 24943 Flensburg, Tel.: 0461/311710.

(JS nach Infos Patrick Wiebe)


Internationaler Jugendaustausch

kultur life informiert: Ein Schuljahr in den USA, Kanada oder Frankreich

Für alle, die das kommende Schuljahr an einer Schule im Ausland verbringen möchten, sollte jetzt die Informationsphase beginnen. Das richtige Angebot findet nur, wer jetzt schon mit der Auswahl der zahlreichen Anbieter beginnt. Kultur life, ein Veranstalter mit über vierzig Jahren Erfahrung in der Nacel International-Gruppe, bietet allen Schülerinnen und Schülern eine kostenlose Informationsbroschüre, die vom ersten Einstieg in das Thema bis zur konkreten Vorbereitung die wichtigen Fragen beantwortet.

Wem ein ganzes Jahr noch zu viel ist, für den bietet kultur life die Möglichkeit, für vier Wochen während der Sommerferien als Gast in eine Gastfamilie hineinzuschnuppern. Oft ergibt sich daraus bereits der Kontakt für ein ganzes Schuljahr.

Infos gibt es bei kultur life, Jungfernstieg 14, 24103 Kiel, Tel.: 0431- 93008, Fax.: 0431- 93009, email: kultur.life@t-online.de oder www.nacel.org

STEP IN e.V. informiert: Australische Schüler suchen Familienanschluß

Bringen Sie Schwung in ihren Familienalltag! Mit diesem Motto ruft die gemeinnützige Organisation STEP IN e.V. Familien auf, einen Schüler aus Australien als neues Familienmitglied bei sich aufzunehmen. Sally und Eva, zwei Austauschschüler, die gerade seit zwei Wochen bei ihren Gastfamilien in Konstanz und Hamburg leben, sind begeistert: „Deutschland ist so ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Alles liegt so nah beieinander, und die alten Kirchen sehen aus, wie aus einem Märchen!“ schwärmt Eva. Die Begeisterung ist ansteckend. Gastfamilien berichten, daß sie durch ihr neues Familienmitglied gelernt haben, ihre Lebensweise, ihr Umfeld aber auch Deutschland im allgemeinen mit anderen Augen zu betrachten. Es ist ein gegenseitiger Austausch, der für alle Beteiligten viel Neues und Unerwartetes mit sich bringt. Selbstverständlich werden Schüler und Gastfamilien vor dem Austausch umfassend vorbereitet und während der Austauschzeit betreut. Die ideale Gastfamilie besteht aus mindestens zwei Personen, ist motiviert und bereit, dem Schüler neben Bett und Verpflegung auch Familienanschluß zu bieten. Auch jetzt vor der Weihnachtszeit erwartet STEP IN wieder eine Gruppe australischer Schüler, die während ihres Aufenthaltes regelmäßig eine deutsche Schule besuchen werden. Die Schüler sind zwischen 15 und 18 Jahre alt und bleiben 2, 3, 5 oder 10 Monate in Deutschland.

Weitere Informationen sind erhältlich bei STEP IN e.V., Auf dem Brand 10. 53177 Bonn, Tel.: 0228/314030, Fax.: 0228/314090.


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Herausgeber: Deutsche Schachjugend
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Verlag: JugendSchachVerlag, Partner der Deutschen Schachjugend
Redaktionsanschrift: Geschäftsstelle Deutsche Schachjugend, Jörg Schulz, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.

Das DSJ-FORUM ist das Informationsblatt der Deutschen Schachjugend. Es erscheint 10 mal im Jahr als Beilage der Zeitung JUGENDSCHACH.
DSJ-FORUM wird gefördert aus Bundesmitteln des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 18.11.2001