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Chessy

DSJ - FORUM
Ausgabe 2000 - 09


Vollversammlung der deutschen sportjugend
Hans-Jürgen Kütbach zum ersten Vorsitzenden gewählt

Bei der Vollversammlung am 14./15.10. 2000 in Schwäbisch Gmünd wurden zur Organisationsentwicklung der Deutschen Sportjugend von den 300 Delegierten wichtige Entscheidungen getroffen und ein neuer Vorstand gewählt.

Während die inhaltlichen Schwerpunkte der Organisationsentwicklung wie das Leitbild, das Strukturkonzept, das Leistungskonzept und das Qualitätskonzept von der Versammlung verabschiedet wurden, konnte sich der Vorstand mit seinem Antrag zur neuen Führungsstruktur nicht durchsetzen. Die dsj wollte den Vorstand noch kleiner machen und dessen Amtszeit auf vier Jahre verlängern. Eigentlich ist die Amtszeitverlängerung eine sinnvolle Maßnahme, aber gerade die jüngeren Delegierten empfanden das als eine zu lange Bindung an ein Ehrenamt. Und auch bei der Fülle von Aufgaben konnte man die Sinnhaftigkeit in einem noch kleineren Vorstand nicht erkennen! So bleibt es bei einem Vorstand aus sieben Personen, der wie bisher für eine Dauer von zwei Jahren gewählt wird.

Bei den Vorstandswahlen wurde der 40 jährige Rechtsanwalt Hans-Jürgen Kütbach aus Bad Bramstedt (S-H) mit großer Mehrheit zum ersten Vorsitzenden gewählt. Norbert Petry, Bonn, der die Deutsche Sportjugend seit 1996 geführt hatte, kandidierte nicht mehr. Er hatte die dsj in einer schweren Zeit übernommen und für die dsj wieder viel Vertrauen zurück gewinnen können. Die Versammlung dankte ihm aufrichtig für die geleistete Arbeit. Überhaupt war man mit der Arbeit des Vorstandes zufrieden. Mit der Arbeit des Vorstandes, in dem auch Patrick Wiebe zwei Jahre lang mitwirkte und sich stark für die Beteiligung Jugendlicher an der Entscheidungsfindung einsetzte. Ihn wird es freuen, dass die Vollversammlung über die Wahlen eine starke Verjüngung im Vorstand vornahm!

2. Vorsitzender wurde Marcus Stumpf (Schlüchtern) von der Deutschen Schützenjugend, der sich bereits innerhalb des Projekts Soziales Talent hervorgetan hat.

Wiedergewählt wurden Kathleen Ludwig (25, Sportjugend Sachsen - Anhalt), Carsten Milde (33, Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband), Olaf Osteroth (37, Deutsche Luftsportjugend), Wilfried Theessen (48, Deutsche Turnerjugend). Als Vorstandsmitglied unter 23 Jahren wurde Benjamin Folkmann (21, Deutsche Fußball-Jugend) in den Vorstand gewählt.

Die dsj steht vor schweren Aufgaben wie auch ihre Mitgliedsorganisationen, denn das gesamte Fördersystem der staatlichen Jugendförderung steht vor einem totalen Umbruch. Dem Vorstand ist es zuzutrauen, mit den Aufgaben zurecht zu kommen.

Die Vollversammlung endete mit einem politischen Sonntagmorgen, bei dem das Thema Eigenständigkeit der Jugendorganisationen innerhalb der Gesamtorganisationen engagiert diskutiert wurde. Bei der Abwägung rechtlicher und pädagogischer Vorgaben bzw. Zielsetzungen bestand Einvernehmen, dass die Jugend im Gesamtverband des Sports eine sehr wichtige Funktion hat und dementsprechend handlungsfähig sein und bleiben muss.

(Giesela Nüssler dsj, Jörg Schulz)

Grenzüberschreitende Jugendarbeit im Sport

Gemeinsam mit der Europäischen Akademie des Sports in Velen und dem Europa Institut in Bocholt veranstaltet die Deutsche Sportjugend am 1. und 2. Dezember 2000 in Bocholt, eine Tagung zum Thema "Grenzüberschreitende Jugendarbeit im Sport". Gerichtet an die internationalen Mitarbeiter/innen der Vereine und Verbände sowie an alle Interessierten wird die Veranstaltung versuchen, eine neue Qualität in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu bringen. Am Beispiel Deutschland-Niederlande werden aktuelle Formen der Zusammenarbeit präsentiert, evaluiert und im Hinblick auf zukünftige Zusammenarbeit qualifiziert. Die Veranstalter versprechen sich, dass von der Tagung neue Impulse für die Jugendarbeit im Sport im deutsch.- niederländischen Grenzgebiet ausgehen. Interessierte wenden sich an die Deutsche Sportjugend, Tel.: 069-6700319 oder kolb@dsj.de .

(Gisela Nüssler dsj)


Qualitätssiegel für den Schachclub Vaterstetten

Das Qualitätssiegel für vorbildliche Kinder- und Jugendarbeit wurde dem Schachverein Vaterstetten (Bayern) verliehen. Im Rahmen einer Feier im Vaterstettener Rathaus wurde dem Schachclub Vaterstetten die Auszeichnung durch den Referenten für Breitensport des DSB Ernst Bedau verliehen.

160 Anwesende freuten sich über ein abwechslungsreiches Programm, durch das die beiden Jugendsprecher des SCV führten. Gedichte, selbst gesungene Schachlieder, ein Video, bei dem die Jugendarbeit des SCV vorgestellt wurde und Schachsketche wurden vorgeführt. Im Rathaus war zudem eine Ausstellung über die diversen Aktivitäten des Schachclubs aufgebaut worden. Der stellvertretende Landrat des Kreises Ebersberg Gottlieb Fauth, der Bürgermeister Peter Dingler, Gottlieb Kutschera von der Bayerischen Schachjugend, Ralph Alt vom Bayerischen Schachbund, Erika Stegmaier vom Schachbezirk München und Hans Otto Dressel vom BLSV Ebersberg ließen es sich nicht nehmen, persönlich ihre Glückwünsche für die hohe Auszeichnung auszusprechen. Als Höhepunkt der Veranstaltung überreichte Ernst Bedau die begehrte Auszeichnung an Christoph Wagner und Walter Rädler.

Der SC Vaterstetten macht schon seit vielen Jahren durch eine engagierte und moderne Jugendarbeit auf sich aufmerksam. Immer wieder wird im SCV darauf geachtet, dass die Jugendliche mit in die Verantwortung eingebunden werden, eine wichtige Forderung gerade der Deutschen Schachjugend an die Vereine.

Die Bewerbungsunterlagen für das Qualitätssiegel, das jeweils für zwei Jahre verliehen wird, sind in der Geschäftsstelle des DSB und der DSJ zu erhalten.

Weitere Verleihungen stehen in Kürze an.

Wollen Sie sich mit Ihrem Verein nicht auch offiziell bescheinigen lassen, dass die Arbeit in ihrem Verein vorbildlich ist und über die Arbeit anderer Verein herausragt?

Melden Sie sich, bewerben Sie sich! Sie können das Siegel sehr gut für die Öffentlichkeitsarbeit Ihres Vereines einsetzen!

(Walter Rädler, Jörg Schulz)


Schach: Auf der Expo dabei

Im Zuge der Präsentation der Jugendarbeit aller Schattierungen im Big Tipi auf der Expo stellte sich zusammen mit anderen Sportarten auch der Schachsport vor.

Von den Schachjugenden der Länder mit Ausnahme der SJ NRW gemieden (warum eigentlich?), von den Expobesuchern mit Begeisterung aufgenommen, nahm die DSJ das Expo-Motto "Mensch, Natur, Technik" wörtlich und bot ein abwechslungsreiches Programm. Sie präsentierte Schach als eine moderne Sportart und als gute Alternative für das Freizeitverhalten von Jugendlichen!

Schachfreunde aus Baden, Bayern, Niedersachen und Hamburg bildeten ein gut eingespieltes Team, das folgende Programmpunkte in den Mittelpunkt stellte:

Florian Grafl und Philipp Balcerak traten auf der Bühne im Big-Tipi, ein übergroßes Indianerzelt als Blickpunkt auf der Expo, gegen zwei spanische Jugendliche an. Aber die Spanier waren nicht nach Hannover gekommen, sie saßen vielmehr mit anderen spanischen Schachspielern in ihrer Heimat zusammen und spielten via Internet ihre Partien gegen unsere Kaderspieler. Der Kampf endete 1:1. Die Partien wurden live im Big-Tipi gespielt, auf eine Leinwand übertragen und kommentiert. Zugleich konnten sie weltweit im Netz verfolgt werden. Dies ermöglichten auf deutscher Seite die Fachleute von Schach.com zusammen mit spanischen Internetfachleuten.

Auch die anderen Partien aus im Big-Tipi wurden live gespielt, kommentiert und zeitgleich ins Netz gestellt. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr neben dem Simultan der Kaderspielerin Leonie Helm die Blindpartie von IM Jan Gustafsson, der gegen Thorsten Haber, Jugendsprecher in Niedersachsen, spielte. Die Zuschauer halfen Thorsten durch Diskussionen und aktive Zugvorschläge, der sich aber trotzdem geschlagen geben musste. Jan Gustaffsson spielte dann auch zwei Partien gegen Fritz. Im Big-Tipi und im Internet wurde dazu ein Gewinnspiel - von ChessBase gesponsort - veranstaltet. Es sollte getippt werden, wie der Kampf Mensch gegen Computer ausgeht. Im Netz entschieden sich die Fachleute für ein 2:0 für die Maschine. Im Big-Tipi waren hingegen die Menschen von der Gedächtnisleistung von Jan so begeistert, dass sie einen Sieg der Maschine für unmöglich hielten. Und trotzdem gewann sie knapp mit 1,5:05.

Natürlich wurde rund um die Uhr auch am Gartenschach und den vielen dicht belagerten Brettern gespielt, denn wie man immer wieder feststellen kann, Schach kann sich über eine große Verbreitung nicht beklagen! Das merkte man übrigens nicht nur am Big-Tipi sondern auch in vielen anderen Pavillons der Expo, denn bei vielen Länderpräsentationen spielte Schach eine nicht unbedeutende Rolle!

Der DSJ-Auftritt auf der Expo war ein großer Erfolg. Noch schöner wäre es gewesen, die Landesschachjugenden hätten sich mit Jugendgruppen aktiv daran beteiligt.

(Jörg Schulz)


Träge wie ein Tanker

Präsidentschaftskandidat Heinz-Jürgen Gieseke stellte sich der Herbstversammlung der Deutschen Schachjugend vor

Teil I der Dokumentation, Teil 2 folgt in FORUM 10 / 2000

Träge wie ein Tanker, sei der DSB manchmal. Gezwungen durch viele Strukturen, lange Wege, durch viele Gremien und einiges mehr. Heinz-Jürgen Gieseke, seit 1988 Schatzmeister im DSB-Präsidium, stellte sich auf der Herbsttagung der Deutschen Schachjugend am 07./08.10. in Hamburg den Fragen der Jugendfunktionäre. Herr Gieseke, neben Herrn Alfred Schlya, einer der beiden Präsidentschaftskandidaten des DSB leitete mit seinem Referat "Zukunft des DSB" den ersten Teil der Herbsttagung an.

Beide Kandidaten sind in der Lenkungsgruppe Marketing, die sich mit Zukunftsfragen des organisierten Schachs in Deutschland beschäftigt, aktiv, und waren vom Vorstand der Deutschen Schachjugend zur Herbstversammlung eingeladen worden, um sich den Jugendfunktionären vorzustellen und auf der Herbsttagung eine Diskussion über die Zukunft des DSB, der DSJ, des Schachs in Deutschland zu führen. Herr Alfred Schlya sagte seine Teilnahme in Absprache mit einzelnen Landespräsidenten ab, da er keinen Wahlkampf wolle und derartige öffentliche Diskussionen vor der Wahl des DSB-Präsidenten gerade auch mit der Jugend für zeitlich unpassend halte.

Zu Anfang seines Referates stellte Herr Gieseke den Rückgang der DSB-Mitgliederzahlen in den Vordergrund. "Wie schon die Mitgliedszahlen des DSB belegen, brauchen wir dringend Veränderungen. 1997 gab es zirka 97.000 Mitglieder, mittlerweile nur noch 92.400." Und nicht zuletzt aus diesen Gründen hat eine Strategiekommission des DSB ein Marketingkonzept entwickelt, welches unter der Leitung von Herrn Gieseke steht. Als die beiden wichtigsten Zielgruppen definierte er die Bereiche "Kinder und Jugendliche" sowie "Junioren", wobei ein besonderes Augenmerk auf der Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein läge. Erste Aktivitäten zur Umsetzung des Konzeptes wurden mittlerweile aufgenommen. Der DSB, die DSJ und die jeweiligen Untergliederungen seien jetzt gefordert, die erforderliche Unterstützung durch Konzepte, Materialien und Hilfestellungen zu leisten, denn die Basis müsse tätig werden, aber "es ist dringend nötig, dass die Basis unterstützt wird!"

Als Fragestellungen, mit denen sich die Lenkungsgruppe Marketing und auch DSB oder DSJ in Zukunft beschäftigen müssten, nannte Herr Gieseke folgende:

Laut Herrn Gieseke muss man zur Beantwortung solcher Fragen wenigstens diskutieren. Wolle man neue Ideen und neue Impulse, müssen neue und jüngere Kräfte ran. In der Schachorganisation fehle zur Zeit die inhaltliche Diskussion. Für derartige Diskussionen benötige man aber auch eine völlig andere Öffentlichkeitsarbeit als bisher. Die bisherige diene doch mehr nur der Information der Schachfunktionäre. "Eine breite Diskussion darf man nicht durch lange Wege durch die Gremien abtöten", betonte Heinz-Jürgen Gieseke.

Auch Großveranstaltungen müssen mehr zur Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. So sei beispielsweise die Deutsche Meisterschaft der Jugend mit über 600 Beteiligten, die eine ganze Woche dauert, bislang außerhalb des Geschäftsführenden Präsidiums nicht einmal Thema in den Gremien des DSB gewesen. "Über Jugendprobleme haben wir so gut wie nie diskutiert", bemängelt der Kandidat.

Um das zu ändern, müsse das Zusammenspiel der Funktionsebenen im DSB stark verbessert werden. Die Satzung des DSB sei von seinem Grundkonzept gar nicht so schlecht. So gibt es für die verschiedenen Fachbereiche Kommissionen, welche Vorschläge für Entscheidungen oder sachgerechte Vorlagen erarbeiten. In den Entscheidungsgremien des DSB dagegen wird die Diskussion von Nichtfachleuten wieder von neuem entfacht. Hier fehlt es auch an Vertrauen in die Kommissionen. Gerade in Fragen der EDV ist das in der Vergangenheit deutlich geworden.

Im Verhältnis zur DSJ sei es bedauerlich, dass Fragen zur Jugend im DSB nie diskutiert werden, allerdings habe sich die Jugend früher auch öfter gegenüber dem DSB abgeschottet. "Über die Eigenständigkeit der Jugend brauchen wir nicht zu diskutieren", betonte der Präsidentschaftskandidat "doch darf die Jugend als DSB-Thema nicht ausgeschlossen werden!".

So sei es in der Vergangenheit mehr zu einem Nebeneinander als zu einem Miteinander gekommen. Die Thematisierung müsse allerdings definitiv bei der Jugend verbleiben. Freilich müsse dann auch die Umsetzung folgen. "Die Deutsche Schachjugend muss ihre Eigenständigkeit wahren und auch hüten, allerdings eingebunden in und nicht losgelöst von der Gesamtorganisation DSB!" hob Herr Gieseke hervor.

Ihrer Bedeutung gemäß müsse die Jugend natürlich entsprechend finanziell ausgestattet sein. Wenn es wie in der jüngeren Vergangenheit in der DSJ zu personell ausgelösten Krisen komme, so müsse man diese lösen und auch abhaken können und nicht gleich die gesamte Organisationsform in Frage stellen.

(Christian Warneke)


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Verlag: JugendSchachVerlag, Partner der Deutschen Schachjugend
Redaktionsanschrift: Geschäftsstelle Deutsche Schachjugend, Jörg Schulz, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.

Das DSJ-FORUM ist das Informationsblatt der Deutschen Schachjugend. Es erscheint 10 mal im Jahr als Beilage der Zeitung JUGENDSCHACH.
DSJ-FORUM wird gefördert aus Bundesmitteln des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 18.11.2001